Der Rahmen hätte nicht feierlicher sein können, als sich Pfarrer Oliver Schütz jetzt in der Pfarrkirche "Zu unserer lieben Frau" von den Gläubigen in Dormitz, Hetzles und Kleinsendelbach verabschiedete. Denn gleichzeitig feierte der 31-jährige Neupriester Daniel Bittel aus Strullendorf in Dormitz seine Nachprimiz.
Der 43 Jahre alte Oliver Schütz war vor gut vier Jahren als Nachfolger für den in Ruhestand gegangenen Pfarrer James Karikampally nach Dormitz gekommen. Die Dormitzer sind damals sehr froh gewesen, überhaupt noch einen Pfarrer, und dann auch noch ein verhältnismäßig jungen bekommen zu haben.

Viel für Dormitz getan

Anfang dieses Jahres war allerdings bekannt geworden, dass Schütz ab September in Kirchehrenbach Pfarrer Gerhard Möckel nachfolgen soll.

"Wir bedauern Ihren Weggang und auch die Tatsache, künftig keinen eigenen Pfarrer mehr zu haben", wandte sich der Dormitzer Bürgermeister Holger Bezold (FW) an Schütz. Schütz ist in seiner Zeit in Dormitz immer auch ein Pfarrer gewesen, der sich am gesellschaftlichen Leben in den Gemeinde beteiligt hat. Er hat Feste mit seinen Mitmenschen gefeiert und ließ bei Veranstaltungen und Ausflügen gerade auch seine Wertschätzung für die Seniorenarbeit in Dormitz erkennen. Viele Dormitzer werden Schütz im Laufe der Jahr auch bei dessen abendlichen Spaziergängen begegnet sein. Schütz rauchte dazu gern ein Zigarre.

Nach dem Abschied von Pfarrer Schütz wird künftig Dekan Peter Brandl aus Neunkirchen als Seelsorger und Pfarrer in Dormitz, Hetzles und Kleinsendelbach tätig sein. Das bedeutet, dass Brandl an September anstatt wie bisher 4500 künftig 8000 Katholiken zu betreuen hat. "Ob die Entscheidung der Erzdiözese Bamberg richtig war, für unsere Gemeinden im Pastoralplan künftig keine eigene Pfarrstelle mehr vorzusehen, stelle ich infrage", sagte Bezold.

Bezold kritisiert Kirche

Gerade in einer schwierigen Phase, in der sich die Katholische Kirche laut Bezold derzeit befindet, wäre der Verbleib der Ortspfarrer in den einzelnen Pfarreien ein wichtiges Signal gewesen.
Das umso mehr, "wenn ein Geistlicher wie unser Pfarrer Oliver Schütz der Kirche Vertrauen und Akzeptanz bei den Christen verschafft. Durch seine Arbeit in der Seelsorge vor Ort einen wichtigen Beitrag für die Kirche leistet", sagte Bezold weiter.

So aber blieb den Menschen in Dormitz nur, dem scheidenden Pfarrer Oliver Schütz zu danken für die Arbeit in der Kirchengemeinde und im Seelsorgebereich, für sein vorbildliches persönliches Engagement und seinem Einsatz für die Kirche und den Glauben, vor allem aber für die Wegbegleitung der Gläubigen in den verschiedensten Lebenssituationen. Bei einem Stehempfang im Kirchhof bot sich den Dormitzern die Gelegenheit, Schütz dies persönlich zu sagen.