Patientenfürsprecher stärken die Rechte der Patienten. "Und sie sind ein Gewinn für jede Krankenhausgesellschaft", bekräftigte Professor Margarete Klinger (Erlangen) beim ersten Patientenfürsprechertag Bayerns im Forchheimer Rathaussaal. Die Mittlerin zwischen Krankenhausträger, Medizinern, Pflegepersonal und den Klienten wertete jede Beschwerde als kostenlosen Vorschlag für die Verbesserung einer Klinik.

Eduard Fuchshuber Pressesprecher der Bayerischen Krankenhausgesellschaft, hält die Mittler für unerlässlich. In einer Zeit von Klinik-Portalen und Krankenhaus-Ranking, in der Transparenz für Patienten und Angehörige ganz oben stehen, fördere jeder zufriedene Patient den (guten) Ruf einer Klinik. Deshalb hätten die Krankenhausträger ein Interesse an der Arbeit der Patientenfürsprecher, berichtete Margareta Klinger aus der Praxis.

Eine der häufigsten Beschwerden, mit denen Patientenfürsprecher Werner Dresel von der Isar-Amper-Klinik in München-Ost konfrontiert wird, lautet: "Keine Zeit!" Ärzte und Pflegekräfte informierten unzureichend, klagte der Anwalt der Patienten. Margareta Klinger belegte dies mit Zahlen. Mit 36 Prozent stünden Klagen über Ärzte an erster Stelle. Dahinter rangiere die Unzufriedenheit mit Verwaltung und Technik (13) und Pflegepersonal (12 Prozent) auf den weiteren Plätzen .

Die überwiegende Zahl der Klagen führt die Erlanger Medizinerin Klinger unter der Rubrik Unannehmlichkeiten; etwa wenn ein Patient zu lange warten muss, wieder nach Hause geht und die Praxisgebühr zurückfordert. Eine gesundheitliche Beeinträchtigung liegt aber vor, wenn ein Bub sich bei einem Fußballspiel in die Zunge gebissen hat und stark blutend warten muss. Auch ein unfreundlicher Umgang von Pflegekräften mit Patienten sei indiskutabel.

Als Grundregel gab Margareta Klinger den Kollegen mit auf den Weg: Haben sie Mitgefühl mit den Patienten und Verständnis für die Abläufe in der Klinik. Wünschenswert seien ferner Kommunikations-, Vermittlungs- und Problemlösungfähigkeit.