Einen überzeugten Biker hält auch kein schlechtes Wetter auf. Diese Feststellung traf auch auf den traditionellen Motorradgottesdienst "Drive in - Bet' mit" zum Ende der Motorradsaison auf Burg Feuerstein zu. Kennzeichen aus ganz Franken waren vertreten.

Ein Biker aus Traunstein, auf dem Weg zu Freunden in Gerolzhofen, wollte sich diesen Termin auch nicht entgehen lassen. Heftiger Regen während des Gottesdienstes bestätigte die Entscheidung der Veranstalter, ausnahmsweise in die großen Räume der Burg auszuweichen.


Nachdenken über die Freiheit

Über allem stand der Abschied von Pastoralreferent Josef Ellner. Er scheidet Anfang kommenden Jahres offiziell auch als geistlicher Begleiter der Motorradgemeinschaft Jakobus aus.
Die Hilfe für den Nächsten stand im Mittelpunkt des Gottesdienstes, den Pfarrer Wolfgang Eßel zelebrierte. Freiheit und Abenteuer für den Motorradfahrer: Was bedeutet das? Über diese Frage dachte dabei Josef Ellner laut nach. "Du kannst Gott nicht lieben, wenn du andere links liegen lässt. Die Freiheit, sich und andere so zu nehmen, wie sie sind, schafft die wirkliche Freiheit", sagte er.

Barbara Schramm vom Katholischen Deutschen Frauenbund (KDFB) der Erzdiözese Bamberg warb für Spenden zugunsten von Familien in Notlagen. "Menschliche, nicht wirtschaftliche Entscheidungen müssen im Vordergrund stehen", sagte sie. Am Ende des Gottesdienstes ergriff Ellner nochmals das Mikrofon. Er dankte allen, die ihn über die Jahre begleitet und unterstützt haben. Dazu zählen Pfarrer Eßel und Pastoralreferent Thomas Reich ebenso wie die unverzichtbaren Betlehem All Stars, die den Gottesdienst musikalisch untermalen. Nicht zu vergessen Joannis Platis von der Jugendburg, der für die organisatorische Ausrichtung mitverantwortlich ist.
Das Ausscheiden von Josef Ellner bedeutet einen tiefen Einschnitt. 1997 fuhr er aus einer Laune heraus mit Freunden zum Himmelfahrtstag von Bamberg zur Burg Feuerstein zum Gottesdienst.


Spende für ein soziales Projekt

"Eigentlich erwartete ich davon nicht viel und war deshalb überrascht von der Resonanz", erzählte er. Bereits 1999 fand die erste Motorradwallfahrt nach Maria Einsiedeln in der Schweiz unter dem Slogan "Gemeinsam wallfahrten statt einsam rasen" statt.
Aus den gemachten Erfahrungen entstand 2001 die Motorradgemeinschaft Jakobus in Bamberg. Christi Himmelfahrt 2016 nahm Ellner letztmals nach dem Motorradgottesdienst an der Motorradwallfahrt in die Ukraine teil, wo man die Spende für ein soziales Projekt der Motorradgemeinschaft überbrachte. Dort verschenkte er sein Motorrad, womit er seine aktive Bikerkarriere beendete.