Eine vorläufige Bilanz des abgelaufenen Jahres hat der Verein für den Schutz des Naturparks Fränkische Schweiz bei der Hauptversammlung in Ebermannstadt gezogen. Zweck und Auftrag des Vereins benannte Vorsitzender Helmut Pfefferle in der Förderung des Umwelt-, Denkmal- und Landschaftsschutzes. Grundsätzlich steht die Pflege des Heimatgedankens im ideellen Zentrum des Vereins.

Aus gegebenem Anlass steht seit Längerem die Energieerzeugung und ihrer Auswirkungen für die Natur im Vordergrund der Vereinsarbeit. 26 Termine zwischen Bamberg, Bayreuth und Ansbach habe er zu diesem Thema im vergangenen Jahr wahrgenommen, sagte Pfefferle.

Pfefferle geißelte in diesem Zusammenhang einmal mehr die Versuchung, Landschaftsschutzgebiete nach Belieben auszugliedern, um sie dann für Windkraftwerke verfügbar zu machen. Das werde derzeit beispielsweise im Landkreis Bamberg praktiziert. "So verbiegt man die Paragrafen nach eigenem Gusto. Entweder es ist naturschutzwürdig oder nicht. Was ist da noch glaubwürdig und legal", kritisierte Pfefferle in seinem Referat.

4800 Jobs gefährdet

Der Frage, welche Folgen einer durch Windräder veränderte Landschaft hätte, ist 2012 die Universität Passau in einer Studie nachgegangen. 25 Prozent der Befragten würden demnach keinen Urlaub machen, wo Windräder stehen, zitierte Pfefferle aus der Studie.

Überträgt man dieses Ergebnis auf die Fränkische Schweiz, wäre ein Viertel der 250 Millionen Euro, die dort jährlich im Tourismusbereich umgesetzt werden, infrage gestellt.

Vom Umsatz entfallen derzeit etwa 50 Prozent auf Handel, Gewerbe, Dienstleistungen und Steueraufkommen. Die Arbeitsplätze der rund 4800 im Tourismus Beschäftigten wäre entsprechend ebenfalls gefährdet. "Ich kann doch auch nicht Atommüll im Keller bunkern und sagen, die Auswirkungen auf andere interessieren mich nicht", fiel Pfefferle zum Thema Windkraft ein.

Zudem stellte er die Darstellung infrage, dass bei der Errichtung der Anlagen das Kapital der Bewohner zum Zug komme. Pfefferle verwies dabei als Beispiel auf die Bürgerwindanlage von Langenzenn. 240 Anlieger bringen dort seinen Angaben nach ein durchschnittliches Eigenkapital von jeweils 36 000 Euro auf.

Falsche Zeit, falscher Ort

In Schreiben an Ministerpräsident Horst Seehofer und dessen Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (beide CSU) hat der Verein für den Schutz des Naturparks Fränkische Schweiz inzwischen gefordert, "die Beschädigung" der Naturparks Frankens zu stoppen.

"Bayern schafft die Energiewende auch ohne die Zerstörung der Horizonte", schrieb der Verein darin. Bayern produziere genug Strom; leider auch zur falschen Zeit am falschen Ort.
Deshalb würden drei bis fünf Gaskraftwerke die Stromversorgung derart stabilisieren, dass die Versorgung gesichert sei, glaubt Pfefferle.

Zudem plädierte er dafür, die Wasserkraft stärker zu nutzen und alte Kraftwerke entsprechend zu modernisieren. Zu kurz komme ihm aber ohnehin der seiner Meinung nach wichtigste Faktor bei der Energiewende: das Einsparpotenzial.

Pfefferle kritisierte auch wiederholt die Kreisrätin der Grünen, Lisa Badum, die als starke Fürsprecherin der Windkraft nachweislich auf der Gehaltsliste des Konzerns Naturstrom stehe.
Heinz Marquardt mahnte dagegen zur Geduld. Viele Themen würden beim Klimawandel unter den Teppich gekehrt. "Vieles wird uns noch auf die Füße fallen", sagte er. Dazu gehöre unter anderem auch die Auswirkung auf das Grundwasser bei Biogas.