Der Theatersommer war in diesesm Jahr bereits das zweite Mal in der Gemeinde Obertrubach zu Gast; dieses Mal im KAB-Bildungshaus. Zur Aufführung kamen zwei Einakter von Thomas Rau: "Comeback Noah" und "Was macht eigentlich Dornröschen?"

Der biblische Held Noah alias Martin Schülke schwärmt dabei von den glorreichen Zeiten der ersten Sintflut. Noah schwärmt von den 40 tollen Tagen und der der wilden Seefahrt, die alle heil überstanden hätten. Dass er von jeder Tierart ein Pärchen mitnehmen sollte, wie sein "Herr da oben" befohlen hat, leuchtete ihm aber nicht so recht ein. Beim nächsten Mal will er keine Tauben dabei haben, die machten so viel Dreck.

Jeder echte Mann brauche ein Abenteuer, in jedem Kerl stecke in Wirklichkeit ein Rohling. Doch was macht ein Held, wenn der Höhepunkt seines Lebens vielleicht schon vorbei ist? "Auf die Schaffung des Klimas ist Gott mächtig stolz. Das ist das komplizierteste, was er geschaffen hat - mit Ausnahme der Frau", weiß Noah.
Er beweist sich dann aber selbst und entwickelt eine Klimamaschine, die es in Kairo schneien lassen und Rom überfluten kann. Jetzt wartet er sehnsüchtig auf den neuen großen Auftrag von Gott.


Warten auf den Befehl Gottes

Schon jetzt bietet er den Zuhörern Tickets zum Mitfahren auf dem "Traumschiff der guten Laune" an. 3999 Euro soll das Ticket kosten, ein Vorzugspreis. Er hört immer wieder angestrengt gen Himmel, wartet auf den entsprechenden Befehl, mit der Arche wieder in See zu stechen. Doch wenn ein befehlender Ruf erschallt, ist es immer nur seine Frau.

Ganz ähnliche Probleme plagen nach der Pause Dornröschen (Viktoria Lewowsky). Nach 860 000 Stunden Dauerschlaf ist ihr das Bett längst zu einem Ort des Grauens geworden. Die "Weltrekordlerin des Dauerschlafs" leidet an Schlafstörungen und auch die Spule von damals ist nicht mehr auffindbar.
Sie will ihrer Tochter die Geschichte vom Dornröschen erzählen. Die aber findet die Geschichte doof und die Playstation viel interessanter.

Und eigentlich findet Dornröschen das Märchen, das von Generation zu Generation weitergegeben werde, auch verlogen. Schließlich habe sie der Prinz nicht unbedingt wach geküsst. "Das war ein widerliches Geschlabber. Mit dem Mundgeruch und der Bierfahne hätte er eine Tote aufgeweckt", erinnert sich Dornröschen mit Schaudern.


Die wahre Geschichte

Nach 100 Jahren Schlaf dachte sie, das sei der Märchenprinz. Dessen größtes Hobby sei das Abheben des Geldes von ihrem Konto gewesen. Jetzt wohnten sie in der Dachstube von Rotkäppchens Großmutter. Nun möchte sie die wahre Geschichte in deutschen Ehen schreiben. "Und wenn ich wieder heirate, dann möchte ich mehr wissen über Größe, Gewicht und Intelligenz", ist sie sich sicher. Und außerdem: "Wenn jemand denkt, er muss mich wieder wachküssen, dann haue ich ihm in die Fresse. "