Die Aufforderung des Moderators Stefan Höck "Macht bitte mit, wir brauchen viele Bürger von Neuses", zog auf der Bürgerversammlung für Neuses zum Ablauf der Dorferneuerung. Vier Arbeitskreise wurden gebildet, in denen mindestens zehn Neuseser künftig mitentscheiden und planen wollen, wie Neuses attraktiv gestaltet werden kann.

Diplom-Ingenieur Hans Rainer Albart vom Amt für Ländliche Entwicklung Oberfranken hatte die Neuseser genau informiert, wie die Dorferneuerung ablaufen wird. Weil Oberfranken eine Region ist, in der die jungen Menschen in die Städte abwandern, seien Zuschüsse des Landes nötig, damit die Dörfer und Gemeinden als Arbeits- und Wohnorte attraktiv bleiben. Dorferneuerung sei dabei weit mehr als schöne Fassadengestaltung, erläuterte Albart.

Dorferneuerung kümmere sich ebenso darum, dass die notwendige Infrastruktur im Dorf erhalten bleibt oder wieder hergestellt wird, die das Leben dort lebenswert macht, wie beispielsweise Dorfläden und Arztpraxen.
Auch private Haussanierungen und Baumaßnahmen werden von der Dorferneuerung unterstützt. Hier sei es allerdings wichtig, erst zu warten, bis der Antrag vom Amt für Ländliche Entwicklung genehmigt sei. Wer vorher mit dem Bau beginne, bekomme keinen Zuschuss mehr, riet Albart zu ein wenig Geduld.

Landtagsabgeordneter Michael Hofmann (CSU) freute sich über die rege Beteiligung an der Bürgerversammlung. Den Menschen sei ihr Dorf wichtig: "Wir entwickeln ein Stück Heimat". Landschaftsarchitektin Sonja Pelz-Lindner wird die Dorferneuerung in Neuses begleiten.

222 Neuseser hatten in Klosterlangheim an der Schule für Dorf- und Flurentwicklung an einem Seminar teilgenommen, und stellten vor, mit welchen Methoden die Bürger sich die Stärken, Schwächen und Missstände erarbeiten können - und auch die Strategien zur Lösung.

Denn Neuses habe Potenzial, das sich zur Dorfentwicklung und Dorferneuerung nutzen lasse, betonte Moderator Höck. Auf vielen roten und grünen Karten notierten die Neuseser zügig, was ihnen alles positiv zu ihrem Ort einfiel - und wo sie Handlungsbedarf in der Dorferneuerung sehen.

Demnächst werden sich die Arbeitskreise treffen, zu denen noch dazugestoßen werden kann.Die vier Arbeitskreise sind Gewässer und Grün im Ort; Straßenwege, Verkehr, Energie, Infrastruktur und Landwirtschaft; Ortsbild, Bausubstanz, Plätze sowie als vierter AK Leben, Arbeiten und Feiern, Freizeit und Tourismus.