"EGF" hat eine neue Bedeutung bekommen: "Eine große Freude." So interpretiert Karl Fuchs das Kürzel für das Ehrenbürg-Gymnasium Forchheim, das er nach sieben Jahren als Schulleiter verlässt. Nach insgesamt 40 Dienstjahren tritt er in den Ruhestand. Seine Verabschiedung in der Aula war denn auch eine Würdigung der Lebensleistung des 64-jährigen Vollblut-Pädagogen.

Unter den vielen Gästen, die stellvertretender Schulleiter Willi Klement begrüßte, waren auch zwei ehemalige Schüler, die lebendige Beispiele dafür sind, dass die am EGF erworbene Bildung zum Erfolg führt: MdL Michael Hofmann und Landrat Hermann Ulm (beide CSU).

Ulm hob die zwei Seiten des Abschieds von Karl Fuchs hervor: Einerseits freue man sich für ihn, dass er mit dem Ruhestand in einen neuen Lebensabschnitt treten könne. Andererseits gehe die Wirkungszeit eines engagierten Schulleiters zu Ende. Fuchs sei in den letzten sieben Jahren vor großen Herausforderungen gestanden. Ulm erinnerte an den Übergang vom G9 zum G8 und an die noch immer andauernde Generalsanierung des Gymnasiums. "So wie er viele Schüler in die große Freiheit des Studienlebens entlassen hat, so entlassen wir ihn jetzt in die große Freiheit des Pensionärslebens."


Spuren hinterlassen

Nach einem Beethoven-Klavierstück von Leonie Ge und dem Gitarrensolo "Nautilus", gespielt von Marius Denzler, würdigte der Ministerialbeauftragte für die Gymnasien in Oberfranken, Edmund Neubauer, die Lebensleistung von Karl Fuchs, der 1952 in Würzburg geboren wurde und nach dem Abitur 1971 sein Studium in acht Semestern absolvierte. Schon als stellvertretender Schulleiter am Bamberger Dientzenhofer-Gymnasium hätten ihn folgende Eigenschaften ausgezeichnet: sein situationsgerechtes und effizientes Handeln, seine Freundlichkeit und seine Kommunikationsfähigkeit.

Auch in den sieben Jahren seines Wirkens als Leiter des EGF habe er dies bewiesen. Dies erkenne man am guten Geist, am gut entwickelten Gemeinschaftsgefühl und am qualität-vollen Unterricht, der die Schule auszeichne. Es sei ein Abschied, aber keine Zäsur - denn vieles lebe weiter, stellte auch Liselotte Rall, die Chefin des benachbarten Herder-Hymnasiums fest. Sie bedankte sich für die "gutnachbarschaftliche, kooperative Zusammenarbeit".

Der Elternbeiratsvorsitzende Thomas Mart gestand: "Ich hätte mir zu meiner Schulzeit so einen Schulleiter gewünscht." Er übergab Fuchs zum Abschied ein Elternbeiratszeugnis: Betragen, Engagement und das Leistungsfach Tanzen - alles "sehr gut". Nur Schönschrift "ausreichend" - und die private Partnerschaftspflege "verbesserungsfähig". Aber dafür biete das Pensionärsleben ja jetzt genügend Zeit, gab der Elternvertreter dem scheidenden Schulleiter mit auf den Weg.

Nachdem die SMV-Vertreter sich bei Fuchs dafür bedankt hatten, dass er stets ein tragendes Verbindungsglied zwischen der Schülervertretung und den Lehrern gewesen sei, ergriff der stellvertretende Schulleiter Willi Klement noch einmal das Wort. In einem Wechselspiel mit Rainer Lex vom Personalrat und seiner Kollegin Silke Langenberger wurde ein humorvoller Blick auf das Wirken des Schulleiters in den von der Bildungsreform bewegten Zeiten geworfen. Einen Trost gaben sie ihrem scheidenden Chef mit: "Es gibt ein Leben nach dem Schulgong."

Karl Fuchs selbst gestand, dass er auf eigenen Antrag in den Ruhestand getreten sei. So schön die Tätigkeit als Schulleiter sei, so sehr fordere sie auch - und zwar gewaltig. "Ich habe jetzt ganz bewusst den Schlusspunkt unter meine Hauptlebensphase gesetzt und freue mich auf einen neuen Lebensabschnitt mit ganz anderen Schwerpunkten."