Die Stützpunktfeuerwehr Gößweinstein erhält ein neues Mehrzweckfahrzeug, in dem sechs Feuerwehrleute Platz finden. Dies beschloss der Marktgemeinderat nach einer kontroversen Diskussion am Ende einstimmig. Kontrtovers deshalb, weil das Fahrzeug mit 52 000 Euro nun 9000 Euro teurer ist als ursprünglich gedacht. Im Haushalt 2015 stehen bisher lediglich 43 000 Euro dafür bereit.

Für die Gemeinde kommt das neue Mehrzweckfahrzeug dennoch nicht teurer als rund 25 000 Euro, da die Feuerwehr Gößweinstein ihren Zuschuss aus der Vereinskasse von ursprünglich 5000 Euro auf nun rund 10 000 Euro aufgestockt hat und es bei einer Sammelbeschaffung vom Freistaat anstatt 13 000 Euro eine Förderung in Höhe von 17 830 Euro gibt. Von dieser höheren Förderung könnte auch die Nachbargemeinde Pottenstein profitieren, da hier ebenfalls ein Mehrzweckfahrzeug für die Feuerwehr Kirchenbirkig angeschafft werden soll. Wie der frisch gebackene Kommandant Marcel Zweck erläuterte, haben fast alle umliegenden Stützpunktfeuerwehren inzwischen ein Mehrzweckfahrzeug - nur eben die Gößweinsteiner Wehr seit längerem nicht mehr.

Zweck betonte in diesem Zusammenhang auch, dass die Wehr "keinen Schnickschnack" für das Fahrzeug, brauche, sondern nur die Basisausstattung. Zudem begnüge man sich mit einem Fahrzeug der Marke Ford, das billiger sei als andere Marken.

Zweck rechtfertigt Anschafffung

Zweck war zuvor von den Räten als neuer Kommandant einstimmig bestätigt, nachdem der bisherige Kommandant Michael Lorke zurückgetreten war. Zweck war zuvor Zweiter Kommandant, dies ist nun Fabian Müller.

Dietmar Winkler (CSU) stießen die hohen Kosten für das Fahrzeug dennoch auf. Denn auch der Zuschuss des Freistaats bestehe schließlich aus Steuergeldern. "Andere Feuerwehren bekommen für diesen Preis ein komplettes Feuerwehrauto", sagte Winkler. Er wollte auch wissen, ob man sich nicht auch ein gebrauchtes Fahrzeug hätte anschaffen können: "Dann würde sich die Staatsregierung auch Geld sparen." Die Antwort des Kommandanten kam prompt: "Es gibt kein gebrauchtes Mehrzweckfahrzeug."

Denn keine Gemeinde werde ihr Mehrzweckfahrzeug nach einem halben Jahr wieder verkaufen, da diese Fahrzeuge in der Regel 20 Jahre und länger im Einsatz sind. Zweck verwies darauf, dass die Feuerwehr extra für dieses Fahrzeug gespart habe.

Außerdem habe die Wehr alleine im vergangenen Jahr durch Eigenleistung bei Reparaturen der Gemeinde 11 500 Euro eingespart. Drei Feuerwehrleute hätten alleine 800 ehrenamtliche Stunden in der Halle gearbeitet. Ex-Bürgermeister Georg Lang (CSU) wollte wissen, wie denn Kämmerer Peter Thiem zu der Anschaffung des Feuerwehrfahrzeugs steht. Bürgermeister Hanngörg Zimmermann (BMG) wollte davon allerdings nichts wissen: "Diese Spielereien lasse ich hier nicht zu. Der Kämmerer hat die Sitzungsvorlage gemacht."

Jürgen Kränzlein (SPD) wollte wissen, ob das Fahrzeug auf dem neuesten Stand der Technik sei. Dies bejahte Zweck. Weiterhin verwies Kränzlein darauf, dass der Gemeinderat bereits schon einmal beschlossen hatte, dass die Gemeinde die Anschaffung mit 25 000 Euro unterstützt.