Die Mülldeponie in Gosberg braucht eine neue Umladestation. Die alte, die auf den bestehenden Deponiekörper gebaut ist, muss zurückgebaut werden. Gerhard Raab stellte die aktuelle Planung dem Ausschuss für Umwelt und Natur des Landkreises vor.

Bisher waren zwei Standorte im Gespräch, mittlerweile hat eine Baugrunduntersuchung ergeben, dass nur einer dieser Standorte geeignet ist. Dieser ist allerdings von der Infrastruktur her schlechter als der andere.

Im Vergleich zur Vorplanung soll das Gebäude nun in der Entwurfsplanung um 90 Grad gedreht werden. Die neue Umladestation soll so gebaut werden, dass die Halle auf einer Seite mit drei Rolltoren für anfahrende Lkw ausgestattet ist, auf der anderen Seite soll die Abholspur für Lkw sein. Sie liegt tiefer als das Gebäude, sodass die Lkw von oben aus der Halle heraus beladen werden können.

Konrad Rosenzweig (CSU) fragte bei der Vorstellung nach der Höhe, die dem Radlader zur Verfügung stehen wird. Aus eigener Erfahrung wisse er, dass die Möglichkeit bestehe, oben anzustoßen, wenn die Höhe nicht ausreichend ist. Diese Befürchtung konnte Raab zerschlagen; bei der Entwurfsplanung habe man das anders als bei der Vorplanung berücksichtigt. Die Halle habe zwar auf einer Höhe von 4,50 Meter eine Plexiglasscheibe, aber nur an den Außenwänden, nicht in dem Bereich, in dem der Radlader aktiv ist. Über dem Plexiglas sei ein Maschendraht verbaut, "damit es sich selbst belüftet" und "damit kein Flugmüll" rausgeweht werden kann, erklärte Raab.


Kosten: 1,02 Millionen Euro

Die Kosten für die neue Umladestation sollen rund eine Million Euro betragen. Wenn alles nach Plan läuft, könnte sie bereits Ende des Jahres fertig sein, spätestens im ersten Quartal 2018 soll aber dann wirklich Bauende sein. Dann wird dort der Müll angeliefert, teilweise zwischengelagert und nach Bamberg zur Verbrennungsanlage gefahren.

Wie oft das neue Gebäude als Zwischenlagerstelle genutzt wird, wollte Reiner Büttner (SPD) von Raab wissen. Als längerfristiges Lager diene dieses nur in Ausnahmefällen, zum Beispiel wenn einer der drei Brennöfen in Bamberg ausfalle oder wenn die gesamte Anlage brenne, was in den letzten Jahren schon vorgekommen sei. Kurzfristige Zwischenlagerungen seien allerdings wöchentlich vorgesehen, zum Beispiel wenn der Müll am Freitag angeliefert wird und am Montag erst nach Bamberg gebracht werden kann.

Eine Frage zur Größe des Gebäudes hatte Klaus Schwaab (WLF). Diese wurde nämlich von 375 auf 470 Quadratmeter erweitert. Raab erklärte, dass nachgerechnet worden sei und das Ergebnis zeige, dass ein gewisser Puffer notwendig sei.


Aus Müll wird Schlacke

Manfred Hümmer (FW) wollte wissen, welche Schlacke Forchheim zurück bekomme, wie viel das sei, was mit ihr passiere und ob sie gefährlich sei. Auf die Frage der Gefahr konnte Raab Entwarnung geben, die Schlacke werde sowohl in Bamberg als auch in Forchheim getestet. Sie werde zum Beispiel für den Verkehrsunterbau verwendet. Aus 20 Tonnen Müll würden fünf bis sechs Tonnen Schlacke entstehen. Dass die Schlacke, die nach Forchheim geliefert wird, aber auch nur aus Forchheimer Müll bestehe, diese Garantie könne man nicht geben. In Bamberg werde der Müll aus Wunsiedel, Erlangen, Forchheim und Bamberg verbrannt. Die Schlacke sei ein Gemisch aus all diesem Müll.

Der Ausschuss für Umwelt und Natur beschloss vorbehaltlich der Mittelbereitstellung im Haushalt (der im März verabschiedet werden soll), dass die neue Umladestation für brennbare Abfälle am Entsorgungszentrum Gosberg errichtet wird. Es gab keine Gegenstimme.