Musik verbindet - das stellte die Musikschule Ebermannstadt am Sonntag im Rahmen ihres traditionellen Neujahrskonzerts unter Beweis. Nach der Begrüßung und dem Grußwort durch den Leiter Wojciech Grabietz führten Melanie Schauer und Florian Winkel durch das nachmittägliche Programm. Sie dankten den zahlreich erschienenen Gästen und betonten, dass ein Großteil der aufgeführten Stücke von den Musikschülern selbst, unter Mithilfe der Lehrer natürlich, neu arrangiert wurden.
Den Auftakt bildeten zwei Stücke der ,,Coorporation Band" unter der Leitung von Wojciech Grabietz. Während mit der "Young Fanfare" ein feierlicher und imposanter Einstieg in das Konzert geboten wurde, gelang mit ,,Procession of the Centurions" die musikalische Darstellung des Mutes und der Zuversicht, die einst die Soldaten im römischen Heer auszeichnete.


Mischung aus Kirchweihliedern

Als überaus gelungenes Ergebnis der Inklusion von Menschen mit Einschränkungen und Behinderungen kann der Auftritt der BRK-Demenz-Orffgruppe gewertet werden: Mehrere Bewohner des BRK-Heims in Muggendorf präsentierten das ,,Spielstück in C" sowie einen Bauerntanz auf dem Xylophon. Zünftig-bayerische Akzente setzte das Blechbläserensemble mit dem ,,Rollerfässla": In Anlehnung an ein altes Kinderspiel boten die Bläser eine bunte Mischung unterschiedlicher Kirchweihlieder.
Die "Cantamundo Kids" entführten die Zuhörer mitten ins brasilianische Karnevalstreiben. Der Einsatz mehrerer Panflöten sowie einer Charango, einem Zupfinstrument aus den südamerikanischen Anden, brachten dem Publikum die lateinamerikanische Lebensfreude nahe.
Auf einerseits andächtige und andererseits heiter-beschwingte Pfade des 16. Jahrhunderts führte das Flötenensemble die Zuhörer mit verschiedenen Tänzen aus Praetorius" ,,Terpsichore". Im Anschluss zeigten die Streicher mit Pachelbels berühmtem "Canon" und Smetanas ,,Moldau", dass es keine Berufsmusiker (aber gute Musiklehrer!) braucht, um die "Best of Classic" mit großem Gespür für die lyrischen Linien und spielerischer Verve zum Besten zu geben.


Glänzende Solisten

An die Ensemblestücke schlossen sich die Auftritte der Solisten an: Vanessa Spindler bot am Klavier eine überaus gelungene Darbietung der ,,Sonate f-moll op. 2" von Beethoven dar. Carolin Grasser beeindruckte in Begleitung von Alexander Ezhelev an der Querflöte mit der ,,Serenade Russe op. 496". Beim nachfolgenden Auftritt des Klarinettenensembles präsentierte Laura Grabietz einen umfangreichen und höchst anspruchsvollen Solopart, der sich durch eine dynamische und beschwingte Notenabfolge auszeichnete. Besonders hervorzuheben ist schließlich der Auftritt von Seraphina Schrödel am Klavier. Die bereits mehrfach auf Regional- und Landesebene beim Wettbewerb ,,Jugend musiziert" ausgezeichnete Preisträgerin glänzte mit einer großes technisches Können und musikalische Einfühlung verbindenden Darbietung von Edvard Griegs anspruchsvollem ,,Zug der Zwerge".


In die Moderne

Mit dem Stück ,,Notturno", auf der Querflöte gespielt von Josefina Sommer in Klavierbegleitung von Alexander Ezhelev sowie der ,,Romanze in D-Dur" mit Violine und Klavier wurde das Publikum in die Zeit der Romantik entführt. Die sich anschließenden ,,Forellen-Variationen" des ,,Kammerdings"-Flötenensembles boten in unterschiedlichen, u.a. lateinamerikanischen und Wiener Arrangements humoristische Bearbeitungen des Originalstücks von Franz Schubert.


Einfühlsames und Spritziges

Zum Abschluss des Konzertes wurden die Zuhörer in die musikalische Moderne entführt. Auf die ansprechende Interpretation von ,,Kiss from a Rose" mit Cello, Percussion sowie Klavier folgte der Solo-Auftritt der erst 13-jährigen Leonie Wolf, die ihre einfühlsame Darbietung des Liedes ,,Photograph" selbst auf der Gitarre begleitete. Mit zwei spritzigen Eigenkreationen zu den Stücken ,,Greyhound" und ,,Take Good Care of" wusste schließlich das Vokalensemble ,,Kreuzerquer" von sich zu überzeugen.


Spenden für Notenbibliothek

Dem harmonischen, allein auf die Kraft der Stimme setzenden Wohlklang des zehnköpfigen Ensembles setzte der rockig-punkige Auftritt der Schulband ,,Mutti und die starken Männer" die Kraft technischer Verstärkung entgegen und beendete den abwechslungsreichen Konzertnachmittag mit einem ohrenbetäubenden "I love it".
Der Schlussapplaus bewies, dass (Schul-) Musik generationenübergreifend verbindet und weiterer Förderung bedarf. Die Gelegenheit dazu hatte das Publikum mit der für die Erweiterung der Notenbibliothek erbetenen Spende.