Als Ersatz für das Logistikzentrum Lidl, für das zwei Hektar Naturschutzgebiet, darunter besonders geschützte "Natura 2000 Gebiete" geopfert wurden, soll nun das das Naturschutzgebiet Büg in Richtung Westen erweitert werden. Die Pläne der Regierung von Oberfranken, erklärte Frank Unkroth den Mitgliedern des Kreisausschusses, sehe mehr als eine Verdoppelung des Umfanges vor. So soll das Schutzgebiet "Auenlandschaft Büg" künftig 115 statt bisher 50 Hektar um fassen.

In der Stellungnahme des Landratsamts weist Unkroth aber auch darauf hin, dass für große Flächen des Gebietes so genannte Bestandsrechte gelten. Die Unternehmen, die derzeit Sandabbau betreiben dürften, dies auch weiterhin tun. Erst nach der Ausbeutung, wenn es um eine Rekultivierung gehe, greife der Naturschutz in vollem Umfang.

Die Stellungnahme unterstreicht auch, dass es sich bei der Büg um "eines der wenigen im Regnitztal noch vorhandenen Auenbiotope" handle, das vor Eingriffen zu schützen sei. In dem regional bedeutsamen Brut-, Rast- und Durchzugsgebiet von Wasservögeln wird die Einbringung gentechnisch veränderter Organismen explizit untersagt.


Nicht zwingend schützenswert

Aber nicht in allen Bereichen sei der Schutz zwingend geboten, befand Frank Unkroth, denn die Verordnung sehe auch jede Menge Ausnahmen vor. Statt Veranstaltungen in der "Schleuse 94 " , den Besuch von Veranstaltungen oder Baumaßnahmen in diesem Bereich über eine Ausnahmeregelung zu lenken, sei es sinnvoller, den Bereich der "Schleuse 94" aus dem Schutzgebiet herauszunehmen. "Aber man kann das so machen", gestand Unkroth.
Unberührt bleiben auch die Jagd und Fischereirechte in der Büg. Eine Jagd auf Wasservögel soll zwischen 15. September und 31. Oktober grundsätzlich möglich sein. Der Naturschutzbeirat habe sich allerdings gegen eine Jagd auf Wasservögel ausgesprochen. Außerdem habe dieses Gremium ein Besucher-Leitsystem angeregt, wie es bereits beim Walberla besteht.
 


Für die Öffentlichkeit zugänglich

Das Schutzgebiet, so der Wille des Naturschutzbeirates, soll der Öffentlichkeit zugänglich sein. Die Ausübung der Fischerei soll weiterhin erhalten bleiben, wenngleich der Markt Eggolsheim darauf verzichtet habe, seine Fischereirechte ausüben zu wollen. Verboten sei es aber mit dem Auto zu den Angelplätzen zu fahren. Petrijünger müssten zu Fuß auf Fischjagd.

Der Landkreis selbst sei von der Erweiterung des Schutzgebietes nicht unmittelbar betroffen , informierte der Abteilungsleiter des Landratsamtes. Aber das Gelände des Tiefbauhofes in Neuses grenze unmittelbar an das Schutzgebiet an. Bei etwaigen Erweiterungsmaßnahmen müsse mit Einschränkungen gerechnet werden. Eine unmittelbare Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit der Mitarbeiter auf dem Bauhof sei nicht gegeben.

Manfred Hümmer (FW) plädierte dafür, sich den Anregungen des Naturschutzbeirates anzuschließen. Dieser Auffassung seien schließlich auch der Landesbund für Vogelschutz und Ornithologen. "Auch wir können uns dieser Argumentation anschließen", pflichtete Frank Unkroth bei.

Edwin Dippacher (CSU) fragte, ob das Besucherleitsystem bereits Teil der Schutzgebiets-Ausweisung sein müsse. "Das unterstreicht nur, dass die Regierung die Erschließung des Schutzgebietes unterstützen soll", fand Unkroth, der weitere Maßnahmen von der Regierung einforderte.


"Jetzt muss Schluss sein"

Karl Waldmann (Bündnis 90/Die Grünen) kritisierte auf Grund der Vielzahl von Ausnahmen, dass in dem Naturschutzgebiet der Schutz kaum noch gewährleistet sei. Er forderte: "Jetzt muss Schluss sein. Wir sollten eine gewisse Strenge an den Tag legen. Die Natur braucht auch ihren Raum."

Frank Unkroth zeigte sich zuversichtlich, dass dies mit der Stellungnahme des Landratsamtes erreicht werden könne. Er verwies auch darauf, dass in dem Schutzgebiet Lärm und Schlittschuhlaufen grundsätzlich verboten seien. Die Mitglieder des Kreisausschusses nahmen die Stellungnahme zur Kenntnis.