Die Autos donnern über den Asphalt. Auch nachts sind die Fahrzeuge auf der A 73 laut, so dass die Grenzwerte in den anliegenden Häusern regelmäßig überschritten werden. Seit mehreren Jahren machen sich die Anwohner für einen besseren Lärmschutz stark. Im März beginnt der Bau - allerdings wird er erst 2018 fertig gestellt sein.
Die Planfeststellung für diese nachträgliche Lärmvorsorge zwischen den Anschlussstellen Forchheim-Nord bis zum nördlichen Teil der Anschlussstelle Forchheim-Süd wurde bereits 2013 beantragt. Auch für den Bereich Buttenheim bis Forchheim-Nord (also den Raum Eggolsheim betreffend) wurde die Lärmschutzeinrichtung an der Autobahn geplant. Die Regierung von Oberfranken genehmigte schließlich im Dezember 2015 den Bau im Bereich der Stadt Forchheim.

Dort ist der Plan für den Bau und der Ersatz von Lärmschutzwänden und Wall-/Wandkombinationen bereits ausgearbeitet. Außerdem wird ein offenporiger Asphalt eingebaut werden, der den Krach absorbieren soll. Für die stark betroffenen Anwohner (insgesamt 51 Anwesen) wird eine Prüfung veranlasst. Ihnen könnten dann Lärmschutzfenster zustehen.

"Grundsätzlich ist es ja gut, dass jetzt endlich was gemacht wird", sagt Barbara Gradel, eine direkt betroffene Anwohnerin. Ihr Haus steht rund 47 Meter von der Autobahn entfernt. "Aber nur durch die Lärmschutzwand und den Flüsterasphalt wird das Problem nicht gelöst", ist sie sich sicher, "ein Tempolimit wäre angebracht." Sie fragt sich, warum es in Erlangen und Baiersdorf möglich ist, nicht aber in Forchheim. "Während den Bauarbeiten auf der Trubbachbrücke war dort das Tempo begrenzt", sagt Gradel, "das hat eine enorme Verbesserung gebracht."

Nun, da aber wieder freie Fahrt ist, wird auf dem Autobahnabschnitt nach Forchheim-Süd beschleunigt. "Wenn man von Nürnberg an auf 80 gedrosselt wird, will der normale Autofahrer dann beschleunigen", sagt sie. Die bestehende Tempobegrenzung bei Nacht auf 120 km/h werde im übrigen aber nicht eingehalten. "Es wird schließlich auch nicht kontrolliert", weiß die Anwohnerin.

Mit dem neuen Lärmschutzkonzept wird der Krach für die Anwohner besser. Auch der passive Lärmschutz - sprich andere Fenster - soll dazu beitragen, die Lebensqualität entlang der Autobahn zu verbessern. "Aber das hilft ja auch nur im Haus", sagt Gradel, "und auch nur, wenn man mit geschlossenem Fenster schläft."


Positive Ressonanz im Ausschuss

Trotzdem ist sie sich sicher, dass die Masse der Anwohner sich freut, dass nun wenigstens etwas voran geht. Und so sehen es auch die Kreisräte. Der Bau des nachträglichen Lärmschutzes stößt durchweg auf positive Resonanz. Kreisrat Karl Waldmann (Grüne) ist aber der einzige, der in der Sitzung ebenfalls eine zusätzliche Geschwindigkeitsbegrenzung fordert - eben nicht nur nachts. Diese sei nicht geplant, betont Thomas Pfeifer von der Autobahndirektion Nordbayern. Geschwindigkeitsbegrenzungen seien tagsüber nur vorgesehen, wenn es sich um Unfallschwerpunkte handle. Zum Lärmschutz wird nur nachts ein Tempolimit erlassen - und dies ist bereits vorhanden.

Waldmann, der Lehrer am Ehrenbürg-Gymnasium ist, wollte außerdem wissen, wie genau sich der neue Lärmschutz auf das Gymnasium auswirkt. "Wir können zur Zeit nicht mit geöffnetem Fenster unterrichten, weil es zu laut ist", sagt er und fordert, Vergleichszahlen zur Lärmentwicklung am Tag vorgelegt zu bekommen.
Thorsten Glauber und Manfred Hümmer (beide FW) wollten außerdem wissen, wie es sich mit Bauarbeiten bei Nacht verhalten wird. "Nachtbaustellen sind nicht vorgesehen", erklärt Pfeifer. Das sei auch in der Ausschreibung so vermerkt, da nur die Arbeiten bei Tageslicht die geforderte Qualität gewährleisten können.

Hümmer fragte zudem nach, ob die Baustellen mit denen der Bahn abgesprochen seien, da Bahnarbeiten meist mehr Verkehr auf die Straße bringen. Es werde mit der Bahn gesprochen und wo möglich auch Rücksicht genommen, erklärte Pfeifer. "Aber was können die Anwohner der A73 dafür, dass auch bei der Bahn gebaut wird", fragte Pfeifer, "sie sollten nicht warten müssen, bis die Bahn in fünf Jahren fertig ist." Pfeifer sagte zudem zu, dass die Anwohner, die von den passiven Maßnahmen profitieren können, angesprochen werden und nicht selbst aktiv werden müssen. Dies bestätigt auch Gradel. "Uns wurde schon gesagt, dass jemand kommen wird, der sich die Räume anschauen wird.
Obwohl die Bauarbeiten über drei Jahre andauern werden, sollen immer zwei Fahrspuren in beide Richtungen zur Verfügung stehen, betonen die Vertreter der Autobahndirektion. Die Kosten belaufen sich auf 13,2 Millionen Euro.