Alles schien gut. Mit Heidemarie Sendner hatte Bürgermeister Torsten Gunselmann (FWG) eine neue Leiterin für den im vergangenen Jahr sanierten Kindergarten St. Margarete in Willersdorf eingestellt. Eine erfahrene Kraft, die mehrere Jahre in einem Waldkindergarten im Landkreis Bamberg gearbeitet hatte und sich neu orientieren wollte.

Heidemarie Sendler erarbeitete ein neues Konzept für den Kindergarten. Die Zahl der Anmeldungen stieg, auch in der Kinderkrippe. Es schien aufwärts zu gehen. Doch dann kursierten plötzlich Gerüchte.


Am Landratsamt vorstellig

Von einer Gefährdung des Kindeswohles war die Rede. Die Elternbeiratsvorsitzende und eine weitere Mutter waren wegen dieses Vorwurfes bei der Kindergarten-Aufsicht am Landratsamt Forchheim vorstellig geworden und legten offiziell Beschwerde ein.

Schriftlich konkretisiert sind diese Vorwürfe bis heute nicht. "Mündlich wurde behauptet, ich hätte ein Kind so lange zum Essen gezwungen, bis es sich übergeben musste", erzählt Sendner. Zur Last gelegt wurde ihr auch, dass ein Junge angeblich über Stunden hinweg auf einem Stuhl sitzen musste.

"Das ist Mobbing. Die Vorwürfe sind aus der Luft gegriffen", empört sich Heidemarie Sendner. Sie hat deswegen einen Rechtsanwalt eingeschaltet. In dem Schreiben an die Gemeinde verdeutlicht der Jurist, dass seine Mandantin die Arbeiten einer Kindergartenleiterin mit Freude und hohem Engagement erfüllt habe. Gleichzeitig fordert er ein klärendes Gespräch hinsichtlich des Verhaltens der Stellvertreterin, die sich hinter die Vorwürfe des Elternbeirates gestellt hatte.

Bürgermeister Torsten Gunselmann bestätigt, dass es in dieser Angelegenheit mehrere Gespräche gegeben habe. Die wichtigste Erkenntnis: "Die Vorwürfe der Gefährdung des Kindeswohles haben sich nicht bestätigt", erklärt der Bürgermeister. An den schweren Anschuldigungen sei definitiv "nichts dran". Da gab es vermutlich Kommunikationsprobleme. Die Leiterin des Kindergartens und ihre Stellvertreterin haben offenbar nicht miteinander gesprochen", ist Gunselmann überzeugt. Er räumt auch ein, dass gegen die Leiterin der Einrichtung "Stimmung gemacht" worden sei.

Dennoch will Bürgermeister Torsten Gunselmann die Zusammenarbeit mit der Leiterin des Kindergartens, die einen bis Ende Dezember befristeten Vertrag besitzt, nicht verlängern. Davon erfährt Heidemarie Sendner über das Job-Portal der Arbeitsagentur. "Ich hätte zu ihr gestanden", betont Bürgermeister Gunselmann. Aber weil sie den Fall an die Öffentlichkeit getragen habe, wolle er die Zusammenarbeit beenden.

Der beauftragte Rechtsanwalt informiert seine Mandantin: "Gunselmann moniert, dass sie sich an den Landrat und an die Presse gewandt haben." Das wolle er nicht dulden.

Ein Rechtsstreit ist also programmiert. "Mir geht es darum, dass die gegen mich erhobenen Vorwürfe zurückgenommen werden. Als Leiterin eines Kindergartens sind sie für mich existenzbedrohend", unterstreicht Sendner.