Bevor der Fronleichnamszug durch die Straßen Leutenbachs beginnen konnte, hatte Maria Galster bereits alle Hände voll zu tun. Insgesamt vier Altäre galt es für Maria Galster und die anderen Helfer am Tag zuvor festlich zu schmücken. Natürlich hätte es sich Maria Galster auch einfach machen und die Gestecke in einer Blumenhandlung kaufen können. Aber so läuft das in Leutenbach nun eben einmal nicht: "Drei Stunden haben wir tags zuvor Sträuße gebunden, den Altar heute früh eineinhalb Stunden geschmückt", erzählt Maria Galster. Gut, dass da Enkeltochter Maria ihrer Großmutter beim Schmücken der Altäre zur Hand gegangen ist.
Vieles war in dem noch tief vom Glauben und Traditionen geprägten Leutenbach also so wie immer. Manches war heuer aber auch anders als in der Vergangenheit. Beispielsweise, dass die Leutenbacher das erste Mal seit mehr als zwölf Jahren wieder an einem Donnerstag ihre Fronleichnamsprozession veranstalten konnten.
Um die Jahrtausendwende hatte der Priestermangel dazu geführt, dass der Leutenbacher Seelsorger auch Weingarts versorgen musste. Pfarrer Alfred Beißer und sein Pfarrgemeinderat hatten darauf beschlossen, die Prozession in Leutenbach immer auf den Fronleichnam folgenden Sonntag zu verlegen. Viele Leutenbacher stieß diese Entscheidung vor den Kopf.

Die Landwehr feiert mit


Das heurige Fronleichnam fiel allerdings zusammen mit dem 200-jährigen Gründungsfest der Königlich Bayerischen Landwehr. Die Wehr wurde ursprünglich zum äußeren und inneren Schutz der Region geschaffen und eskortiert seit vielen Jahrzehnten auch die Fronleichnamsprozession.
Was lag da näher, als zumindest in diesem Jahr am vertrauten Donnerstag das Fronleichnamsfest zu feiern. Und die Leutenbacher taten alles, um die Prozession zu einem bunten, farbenfrohen und auch fröhlichen Fest zu machen. Begleitet von der Leutenbacher Blaskapelle marschierten die Gläubigen durch den Ort - und der Himmel lachte dazu.
Eine Freude fürs Auge waren die bunten Trachten der Frauen vom örtlichen Fränkische-Schweiz-Verein (FSV) die herrlichen, handbestickten Schürzen. So wie sie schon die Vorfahren getragen haben. Herausragend die Brautkronen, getragen von Vanessa Roth, Julia Greif und Susanne Heid. Mit Monika Kaul und Katharina Kraft hat der FSV zwei Expertinnen, die die Ausstattung sicherstellen und auch schon einmal Hand anlegen können.
Eine Schatzkammer im wahrsten Sinn ist der Fundus und die Heimatliebe des FSV.