Urkundlich verbrieft wurde die Gründung des SV Wolfsberg am 28. Dezember 1967. Doch schon in den ersten Nachkriegsjahren war der Wunsch nach einem eigenen Verein tief verwurzelt, scheiterte bis zur offiziellen Geburtsstunde jedoch am fehlenden Sportplatz im Dörfchen mitten im Trubachtal. Notgedrungen kickten die "Ur-Wölfe" deshalb fast zwei Jahrzehnte lang in einer Spielgemeinschaft im benachbarten Obertrubach und nahmen bereits ab der Saison 1948/49 am Punktspielbetrieb teil.

Schon damals kam das Gros der Fußballer der "Spielvereinigung Obertrubach/Wolfsberg" eher aus Wolfsberg, die sich unter anderem aus einigen Flüchtlings-Familien rekrutierten, die dort nach den Kriegswirren eine neue Heimat fanden. Eine Zeit lang wurde auf dem Sportplatz auf der "Schossaritzer Höhe" gekickt, die meisten Jahre jedoch in Obertrubach.

Die Spielersitzungen wurden abwechselnd in Gasthäusern beider Orte abgehalten, die als Sportlerlokale dienten. In Obertrubach war dies bei der "Paula" und in Wolfsberg im Gasthof Merz, wie sich Achim Chlebowski (73) erinnert: "Weil wir aus Wolfsberg immer die Sitzungen in Trubi komplett besuchten, die Trubier aber so gut wie nie zu uns ins Gasthaus Merz kamen, haben wir gesagt: Es reicht, da machen wir nicht mehr mit."


"Lange genug gewartet"

Fortan wurden die Gespräche im Ort intensiviert und als Gastwirt Rudi Merz eine Wiese am Ortsrand pachtweise zur Verfügung stellte, war der größte Schritt getan, weiß Initiator Siegfried Maderer (82) noch: "Dann bin ich zu jedem nach Hause gefahren und habe gefragt, ob er mitmacht. Der Zuspruch war immens, auf diese Chance haben ja alle lange genug gewartet."

Im Gasthof Merz versammelte sich eine Schar junger Sportler um Maderer, um endlich Nägel mit Köpfen zu machen. Im Beisein von Bürgermeister Lauterbacher sowie Pfarrer Lorenz und Schulleiter Pilart traten auf Anhieb 50 Mitglieder dem neu gegründeten SV Wolfsberg bei. Da darunter eine Reihe erfahrener Fußballer waren, wurde dem SVW ab der kommenden Punktesaison zugetraut, eine gute Rolle zu spielen.

Und so kam es: Bereits die erste Testpartie gegen den Nachbarn aus Egloffstein gewannen die "Wölfe" am 21. Januar 1968 mit 8:1, das allererste Tor für den SV erzielte Albert Fürst. Die Gründerchronik, die von Hans Chlebowski (81) als Spielleiter geführt wurde, wies im ersten Jahr 22 Siege, bei 15 Niederlagen und sieben Remis aus. Der mit seinem jüngeren Bruder Achim gleichzeitig noch im Kader spielende Hans erinnert sich schmunzelnd an den holprigen Start: "Zur ersten Punkterunde wurden wir fälschlich in den Spielkreis Bayreuth eingeteilt. Die in München vom Fußballverband hatten noch nie was von Wolfsberg gehört."


Dramatisches Endspiel

Doch vor dem Spiel kam erst die Arbeit. Nach weit über 2000 freiwillig geleisteten Arbeitsstunden in acht Monaten - unter anderem musste ein Seitenarm der Trubach verrohrt werden und der Bauschutt eines kompletten Hausabrisses verschwand in den Unebenheiten, bevor die Fläche mit Humus aufgefüllt wurde - konnte der Sportplatz am Wochenende 3./4. August 1968 mit einem Pokalturnier seiner Bestimmung übergeben werden.
In einem dramatischen Endspiel siegten die Gastgeber gegen die früheren Kameraden und jetzigen Rivalen aus Obertrubach mit 5:4, die Dramaturgie des Spiels könnte aus einem Krimi stammen: Manfred Chlebowski - ein weiterer Bruder von Hans und SVW-Keeper Achim - spielte auf der Gegenseite und erzielte drei der vier Trubier Tore, die kurz vor Schluss mit 4:3 führten. Der Ausgleich durch Hans mit seinem ebenfalls dritten Tor und der Siegtreffer von Herbert Krapf drehten das Spiel noch.

In der Folge bewiesen die Mitglieder Zusammenhalt beim Kauf eines Rasenmähers. Denn da weder genügend Bargeld noch sonstiges Vereinsvermögen vorhanden war, sprangen die Mitglieder durch Spenden oder durch Privatdarlehen von mindestens 200 DM ein, wobei dreiviertel der Geber auf eine Rückzahlung verzichteten. Bis 1982 diente eine grün lackierte Holzbaracke als Umkleide und zum Getränkeausschank, bevor ab da der Sportheimneubau voran getrieben wurde.

Der damalige Vorsitzende Ludwig Egloffstein hatte den Mut, das Projekt lediglich mit Material und fast ausschließlich mit Eigenleistungen zu stemmen, wie Mitglieder anerkennend erinnern. Zehn Jahre später setzte sich Günter Will, der den SV bis 2013 führte, das ehrgeizige Ziel einer eigenen Jugendarbeit, womit der sportliche Erfolg überhaupt erst möglich wurde.


Vor allem Buben

Hilfreich waren die geburtenstarken Jahrgänge von 1985 bis ´90, kurioserweise vor allem Jungs, so erinnert sich Will: "Wir hatten im Ort nur drei Mädchen, der Rest waren Buben, und wir konnten für die F-Jugend gar keine auswärtigen Kinder aufnehmen." So gelang 2010/11 der erstmalige Aufstieg der inzwischen erwachsenen "Jungwölfe" in die Kreisklasse, die sie seither nur noch kurz für eine Saison verließen und inzwischen in einer SG mit dem TSV Geschwand antreten.