"Wer die Musik bestellt, der muss sie auch bezahlen", dieses Prinzip gilt jetzt auch für Maklergebühren. Ist damit Wohnungssuchenden geholfen - und wie sehen Makler ihre Zukunft? Diese Frage stellten wir Ludwig-Wilhelm Mieth vom Forchheimer Mieterbeistand und der Immobilienhändlerin Martina Hübner.

Rund zwei Prozent der Kaltmiete zuzüglich der Mehrwertsteuer, dies ist die übliche Courtage, die ein Makler für seine Dienste bei der Vermittlung einer Mietwohnung verlangt.

Um bezahlbares Wohnen und Bauen zu ermöglichen, hat die Regierung ein "Paket" geschnürt, das mit der jetzt in Kraft getretenen Gesetzesänderung zur Folge hat, dass in den meisten Fällen nicht mehr der Mieter, sondern der Vermieter die Maklergebühr zu bezahlen hat.


Es gibt "Grauzonen"


Ob dies Vorteile für den Mieter bringen werde, sei momentan mit Vorbehalt zu beurteilen, stellt Ludwig-Wilhelm Mieth vom Forchheimer Mieterbeistand fest. Der Verein, der in Kooperation mit der Rechtsanwaltskanzlei Hörnlein in der Daimlerstraße tätig ist, berät seine Mitglieder in allen Mietrechtsfragen.

Bei der Frage, ob zu befürchten sei, dass der Mieter letztlich nach wie vor für die Maklerprovision aufkommen müsse, wenn der Vermieter die von ihm gezahlte Courtage in irgendeiner Form auf die Miete umlegt, gesteht der Mietrechtsexperte unverblümt ein, dass es "Grauzonen" gebe.

Die "Einpreisung" der Courtage in die Miete sei ein mögliches Szenario. Letztlich könne sich der Wohnungseigentümer die Mieter aussuchen: "Faktisch sind Vermieter und Makler in einer starken Position überall dort, wo es wenige Wohnungen und viel Nachfrage gibt."

Vorsicht Falle

Der Mieterbeistand rät dazu, die Augen aufzumachen bei der Wohnungssuche. Es könne trickreiche Versuche geben, den Wohnungssuchenden zum Besteller zu machen: beispielsweise, in dem ein Makler kein offenes Angebot mache, sondern den Mietinteressenten dazu bringe, sich auf einer Immobilienplattform anzumelden, um dies dann als "Besteller" zu interpretieren. "Schauen Sie sich die allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) genau an", rät Mieth. Er rechnet auf jeden Fall mit einer Zunahme von Mietrechtsstreitigkeiten, "weil sich die Makler nicht die Butter vom Brot nehmen lassen".

Seriosität macht sich bezahlt

Von solch unseriösen Methoden hält die Forchheimer Immobilienhändlerin Martina Hübner überhaupt nichts. "Das rächt sich sowohl für für Vermieter als auch für Makler." Die Wohnungsvermittlung müsse für alle Beteiligten "passen".

Sie befürchtet im Übrigen nicht, dass die neue Regelung zu einem spürbaren Rückgang an Aufträgen führen werde. "Mag sein, dass der eine oder andere Vermieter jetzt selber inseriert - aber die Leute werden schnell erkennen, wie aufwändig eine Wohnungsvermittlung ist", betont Martina Hübner.

Zu den Tätigkeiten eines Maklers gehörten neben der Vermittlung des Objektes, auch die Vertragsgestaltung und die Übergabe. Diese Dienstleistungen würden oft nicht beachtet, bedauert die Maklerin. Es sei nicht so, dass der Makler nichts tue und nur kassiere.

Um die Zukunft ihres Gewerbes ist es Martina Hübner trotz der Gesetzesänderung nicht bange. Denn auch die Mieter wollten nicht auf die Makler verzichten, weil sie deren Dienstleistungen zu schätzen wüssten - beispielsweise, die Gewissheit, ordentliche Mietverträge zu bekommen. Makler, die nur die Türe aufsperrten, würden allerdings vom Markt verdrängt. "Die Seriösen, die umfassende Leistungen anbieten, werden sich weiterhin behaupten", ist Martina Hübner überzeugt.