Licht durchflutet den geräumigen Raum. An den weißen Wänden hängen Bilder von Äpfeln, Birnen oder Pflaumen. In jeder Frucht ist ein weißes Loch. Die Raupe Nimmersatt hat sich durch das Obst gemampft.
Das passt zum erweiterten Speiseraum, denn gegessen wird künftig in dem vergrößerten Zimmer. Mit dem letzten Teilabschnitt, der Erweiterung des Speiseraums, sind die Renovierungsarbeiten am St. Elisabeth Kindergarten nun wohl abgeschlossen.

Jetzt wurden sie eingeweiht werden. 175 000 Euro kostete dieser Teilabschnitt. Die gesamte Renovierungsmaßnahme schlägt mit 800 000 Euro zu Buche.

Vor allem Kindergartenleiterin Annemarie Wölfel freute sich darüber, dass künftig nicht mehr in Doppelschichten gegessen werden muss. In der Zeit des Anbaus sind die Kinder zum Essen ins Kolpinghaus gewandert. Für diesen Aufwand dankte Elternbeiratsvorsitzende Belinda Röger, die den Kindern zugleich einen Appetit wie Raupe Nimmersatt wünschte. Brezen und ausnahmsweise Limonade standen schon bereit für die Vesper der Kinder und Gäste, die zur Einweihungsfeier des Erweiterungsbaus in den katholischen Kindergarten gekommen sind. Auch ein Lied hatten die Kleinen geübt. Sie sangen von Gottes Segen, der wie ein Nest sei, und formten aus ihren kleinen Händen ein Nest.


Einstudierte Lieder

Pfarrer Peter Brandl erzählte den Kindern von Jesus, der auch gern gegessen habe. Zusammen mit dem protestantischen Kollegen Axel Bertholdt spracht er den Segen, dann weihte er die Räume mit Weihwasser.
Ruhig saßen die Kinder auf ihren Bänken, warteten vor und nach der Einweihung auf ihren Einsatz und erfreuten die Gäste mit den fleißig einstudierten Liedern. "Es war der größte Kindergarten Bayerns, als er gebaut wurde", sagte Willi Geist, der Vorsitzende des St. Elisabethenvereins.

Für fünf Gruppen wurde das jetzige Kindergartengebäude 1978 gebaut. So viele Gruppen sind heute gar nicht mehr zugelassen. Seit 86 Jahren gibt es schon einen Kindergarten in Neunkirchen, seit 1931 ist der St. Elisabethenverein Träger des Kindergartens, der damals noch Kinderschule hieß, anderswo sogar Kinderbewahranstalten.

Eine Generalsanierung des jetzigen Kindergartens war vom Markt nicht genehmigt worden, weshalb man auf mehrere Teilabschnitte setzte. So wurde bereits energetisch saniert, innen saniert und neu möbliert, das komplette Dach saniert und der Garten neu umzäunt. Der letzte Teilabschnitt war der Anbau einer Erweiterung an den Speiseraums. 175 000 Euro kostete diese Maßnahme, die vom Markt mit 100 000 Euro bezuschusst wurde.
130 statt wie bisher 125 Kinder können nun betreut werden. "Die Kinderbetreuung wird immer wichtiger", sagte Bürgermeister Heinz Richter (FWG). "Unser neuer Speiseraum ermöglicht nun das gemeinsame Mittagessen der Kinder und bietet einen Rahmen für das Erlernen einer gemeinschaftlichen Essenskultur, die in unserer Zeit immer mehr verloren geht", sagte Geist. Auch eine Wertschätzung der Nahrungsmittel und der Menschen, die sie zubereiten, solle deutlich werden.

Geist und sein Stellvertreter Rudi Will dankten den am Umbau Beteiligten: den Mitarbeitern der Verwaltung im Markt, den Fachleitern am Landratsamt, dem Architekturbüro Pasemann und Schierlein und nicht zuletzt den Kindern, Eltern und Erziehern.