An den Wänden des großen, lichtdurchfluteten Raumes hängen Bilder. Auf den Tischen liegen Wasserfarben und leeres Papier. Und mittendrin stehen Kunstpädagogin Milada Weber und ihre acht Kursteilnehmer.

Seit 32 Jahren arbeitet Milada Weber bereits als Kunstpädagogin in Forchheim und bietet hier Malkurse an. Angefangen hat alles 1983 auf dem Paradeplatz in Forchheim, wo sie Bilder ausstellte. 1989 zog sie dann in das Gebäude der VHS Forchheim in der Hornschuch-Allee ein. "Ich glaube schon, dass Malen meine Berufung ist. Ich habe schon immer viel und gerne gemalt", erzählt sie. Ihr Slogan: "Ich will aus Kindern keine Künstler machen, sondern kunstinteressierte Erwachsene."

Das heutige Thema der Stunde sind Bäume. Passend zu der herbstlichen Jahreszeit sollen die Kinder auch bunte Bäume malen. "Was meint ihr, wozu ist ein Baum gut?", fragt die Kunstpädagogin ihre jungen Schüler. "Für Photosynthese, für Holz und Papier" kommen die Antworten von den Kindern. "Genau", lobt Milada Weber, "und deshalb werden wir heute auch Bäume zeichnen."


Warme und kalte Farben

Nachdem diese Fragen geklärt sind, wiederholen die Kinder warme und kalte Farben. "Warme Farben sind gelb, orange, rot und ocker. Kalte Farben sind blau, grün und schwarz. Alle Farben die mit weiß gemischt werden sind kalte Farben. Alle Farben, die mit gelb gemischt werden, sind warme Farben", erklärt die Kunstpädagogin. Danach darf jedes Kind sein Blatt zur Hälfte mit warmen und zur Hälfte mit kalten Farben anmalen. Dazu werden Wasserfarben und verschiedene Pinsel verwendet.


Die Angst vor Farben nehmen

"Viele Kinder können gut zeichnen. Aber wenn es um Farbe geht, bekommen sie Angst ihr Bild zu zerstören. Diese Angst will ich ihnen nehmen", sagt die Kunstpädagogin.

Nachdem die Blätter farbig angemalt wurden, wird jeweils einmal mit einer warmen und mit einer kalten Farbe ein Baum gezeichnet. Während dieser Arbeitsphase läuft Milada Weber herum, begutachtet die Bilder und gibt Ratschläge, wie die Kinder ihr Bild noch verbessern können. "Es ist interessant, dass jedes einzelne Bild individuell ist, obwohl alle die gleiche Aufgabenstellung erhalten haben", erzählt Milada Weber.

Am Schluss gibt es noch einen kleinen Wettbewerb, wer das schönste Bild gemalt hat. "Jetzt dürft ihr alle mal Lehrer spielen und die Bilder der anderen bewerten", sagt die Kunstpädagogin. Jedes Kind bekommt zwei Streichhölzer und soll sie unter die Bilder legen, die ihm am besten gefallen. Das Bild mit den meisten Stimmen beziehungsweise Streichhölzern gewinnt und wird in einer Vitrine ausgestellt werden. Der Gewinner dieser Stunde ist Emilia.


Malkurse für jedes Alter

Milada Weber bietet sowohl Mal-und Zeichenkurse für Kinder und Jugendliche, als auch für Erwachsene an. Die Malkurse für Kinder und Jugendliche werden noch einmal in drei Altersgruppen unterteilt: für Kinder von sechs bis acht Jahren, von acht bis zwölf Jahren und für Jugendliche von zwölf bis 16 Jahren. Die Teilnehmer sind begeistert vom Malkurs. "Ich bin gerne hier. Ich habe schon immer gerne gemalt, aber ich wollte noch etwas dazu lernen. Deshalb bin ich der Malschule beigetreten. Das Malen macht mir hier viel Spaß", erzählt die elf-jährige Hannah.

In den Malkursen werden unter anderem Themen und Techniken der Aquarellmalerei, Acrylmalerei, Pastellmalerei und dem Erstellen von Collagen angesprochen und angewendet. "Ich versuche jede Woche etwas anderes zu machen und andere Techniken anzuwenden", erzählt die Kunstpädagogin.


Spaß am Malen

Vor allem möchte Milada Weber den Kursteilnehmern Spaß an der Sache vermitteln, aber sie auch dazu motivieren, dass sie gerne in Kunstausstellungen gehen. " Ich will, dass sie mit offenen Augen durch die Welt gehen und sehen, was andere nicht sehen", erklärt sie. Die Bilder, die während des Kunstkurses entstehen seien alles Originalbilder und wären nicht irgendwo abgemalt worden, so Milada Weber.

Ein Beitritt zur Gruppe ist jederzeit möglich, da die Themen und der Schwierigkeitsgrad nicht aufeinander aufbauen, sondern jede Stunde etwas neues gemacht wird.