"Merci Loriot oder Sagen Sie Karl-Heinz zu mir". Mit diesem Stück gastierte der Fränkische Theatersommer, Landesbühne Oberfranken, in Obertrubach. Im Saal des "Bildungshauses" nannte stellvertretender Bürgermeister Markus Grüner Loriot, den "Vater der modernen Comedy".
Die Besucher erlebten faszinierende zwei Stunden, in denen die Schauspieler Ingrid Gabriel und Herbert Burczek "unsere Kommunikations- und Verhaltensmuster in herrlich komischen Nummern vor uns ausbreiteten". So versprach es schon die Einladung.
Bereits mit dem ersten Sketch "Feierabend" brachten sie das Publikum auf ihre Seite. Bundestagsreden mit Politikern, die viel reden und nichts sagen, standen ebenso auf dem Programm wie alltägliche Probleme der Garderobe oder der Fernseh-Abend. Wo man den Fernseher nicht braucht, der gerade einmal wieder defekt ist. Oder vielleicht doch braucht?

Treffende Wortspielereien


Die Wortspiele kamen hervorragend herüber. Banales wie das gekochte Frühstücksei, das halt nicht den Vorstellungen des Mannes entsprach, stand ebenso auf dem Programm wie Kurznachrichten und Kochrezepte für Elefanten oder Büffel. Und wer Aufklärung für einen zweifelhaft komfortablen Luftschutzbunker brauchte, auch das wurde geboten.
Dazu gehörte auch die "Liebe im Büro mit vielen Hindernissen." Wo der Chef seiner langjährigen Sekretärin "Sagen Sie doch Karl-Heinz zu mir" anbot - und wieder zurückzog. Einer der bekanntesten deutschen Humoristen fand hier exzellente Interpreten.
"Obertrubach hat ein lachlustiges und sehr Loriot-kundiges Publikum" stellte Regieassistentin Jutta Wunderlich fest. Es war die fünfte Aufführung in diesem Theatersommer. "Wir fanden viele bekannte Sketche, mussten aber auch Teile herausnehmen, erzählte Ingrid Gabriel. "Wenn das Publikum immer so wäre wie hier in Obertrubach, wäre das ok. Man hört ja gerne die Reaktionen" machte sie den Zuschauern Komplimente. Und Hubert Burczek stimmt dem zu, als er meinte: "Manche gehen zum Lachen in den Keller".
Die Schauspiele der Landesbühne Oberfranken werden noch zu sehen sein. Der Tourenplan ist nachzulesen unter www.theatersommer.de. Silvia Müller von der Tourist-Info der Gemeinde Obertrubach hatte die Organisation des Abends übernommen. War der große Saal auch nicht total gefüllt, gingen die Besucher doch mit dem Gefühl nach Hause, ein anspruchsvolles Programm genossen zu haben, das alle Erwartungen erfüllte.