Lisa Badum aus Forchheim wird für "Bündnis 90/Die Grünen" bei der Bundestagswahl 2017 als oberfränkische Spitzenkandidatin ins Rennen gehen. Die 33-jährige Politikwissenschaftlerin, die derzeit beruflich bei "Bürgerenergie Naturstrom" tätig ist, ist zugleich die Bundestags-Direktkandidatin für den Wahlkreis Bamberg-Forchheim.

Bei der Bezirksdelegiertenversammlung der oberfränkischen Grünen im Mönchshof Bräuhaus in Kulmbach erhielt die Forchheimer Energie-Expertin bei nur einer Enthaltung ein klares Votum für die Kandidatur als oberfränkische Spitzenkandidatin. Bei dem Bezirksparteitag wurde Christine Schoerner aus Hof als Bezirksvorsitzende wieder gewählt. Lisa Badum ist ihre Co-Sprecherin, die Kassengeschäfte führt Gerhard Schmid aus Bamberg und zur Beisitzerin wurde die Vizepräsidentin des Bayerischen Landtags, Ulrike Gote, aus Bayreuth gewählt.


Klare Worte und Visionen

Lisa Badum setzte klare Akzente für ihren bevorstehenden Wahlkampf: "Wir wollen eine bessere, wir wollen eine grüne Welt und wir wollen eine Veränderung statt eines Stillstandes der jetzigen Koalition, den wir momentan erleben."

Die Bundestagsabgeordnete Ekin Deligöz, Mitglied im Haushaltsausschuss und stellvertretende Vorsitzende im Rechnungsprüfungsausschuss, stellte fest, dass die Große Koalition die eigentlichen Probleme überhaupt nicht anpacke. So reiche es nach ihrer Meinung nicht, das Wort Energiewende nur in den Mund zu nehmen, sondern man müsse diese auch gestalten.

Einen breiten Raum nahm die Vorstellung von Lisa Badum als oberfränkische Spitzenkandidatin bei der Versammlung ein. Nach dem Abschluss ihres Politikstudiums an der Uni Bamberg arbeitete sie von August 2010 bis zum Herbst 2013 als Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Wahlkreisbüro von MdB Uwe Kekeritz in Fürth. Seit März 2012 bekommt sie spannende Einblicke in die Erneuerbare Energie-Branche und ist bei Naturstrom - einer der vier unabhängigen Ökostromanbieter Deutschlands - in Forchheim angestellt, dabei im Bereich "Öffentlichkeitsarbeit und Energiegesellschaften".

Seit 2005 engagiert sich Lisa Badum für Bündnis 90/Die Grünen: "Mein Weg in die Politik begann als Jugendliche bei der Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes. An der Uni trat dann die Grüne Hochschulgruppe und insbesondere die damalige Bamberger Bundestagsabgeordnete Ursula Sowa in mein Leben. Als studentische Senatorin setzte ich mich gegen Studiengebühren und für Gender Mainstreaming ein und dann führte der Weg zur Grünen Hochschulgruppe schließlich zu Bündnis 90/Die Grünen."

Badum stellte fest, dass unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit gerade ein Kampf für die Energiezukunft des Landes ausgetragen wird: "Die Erneuerbaren, die Bürgerenergie, sind so stark geworden, dass selbst die Großkonzerne schon um ihre Existenz fürchten. Alarmiert hat die Bundesregierung ihre Politik geändert: Sie will die Energiewende von einer dezentralen, demokratischen Bewegung zu einer planbaren Managementaufgabe machen. Aber das schreckt uns nicht: Bündnis 90/Die Grünen stehen an der Seite von 1,5 Millionen Erzeugern von Erneuerbaren Energien. Wir stärken Genossenschaften und neue Geschäftsmodelle. Oberfranken kann Vorreiter in Bayern sein, wie schon beim Ausbau der Windkraft. Technisch ist die Energiewende möglich, jetzt gilt es die Menschen zu begeistern."


Soziale Gerechtigkeit

Die Nachhaltigkeit hat nach den Worten von Lisa Badum viele Dimensionen. Dazu zähle auch eine soziale Gerechtigkeit. Auch die Gesellschaftspolitik soll weiterhin eine grüne Kernkompetenz bleiben: "Wir fordern Geschlechterdemokratie. Es kann nicht sein, dass es von meinem Geschlecht abhängig ist, welche Chancen und welche Möglichkeiten ich habe. "

Die Forchheimer Kreisrätin forderte auch eine "ordentliche" Erbschaftssteuer: "Die Starken in diesem Land müssen mehr tragen. Es kann nicht sein, dass alles durch Einkommen- und Mehrwertsteuer reinkommt und das Vermögen nicht angetastet wird." Badum sprach auch von einer Generationengerechtigkeit, der Qualität zwischen Alt und Jung.

In den letzten Jahren war Badum verstärkt für die Energiewende unterwegs: "Für die kleinen Akteure setze ich mich im Vorstand des bayerischen Bündnis Bürgerenergie ein. Als Sprecherin der LAG Energie möchte ich erreichen, dass wir neben der technischen Diskussion über die Energiewende auch die Motivation der Menschen im Blick haben." 2017 tritt Badum bereits das dritte Mal als Kandidatin für den Deutschen Bundestag an. Als Spitzenkandidatin für Oberfranken erhöhen sich ihre Chancen aber ungemein.


Breite unterstützung

Bezirkssprecherin Christine Schoerner freute sich über die Nominierung von Badum und gab in einer Pressemittelung bekannt: "Wir gratulieren Lisa Badum und werden sie im Wahlkampf für den Bundestag für Oberfranken unterstützen." Die amtierende oberfränkische Bundestagsabgeordnete Elisabeth Scharfenberg sagt hierzu: "Ich freue mich sehr, dass mit Lisa Badum eine junge, engagierte Frau meine Nachfolge anstrebt. Es ist wichtig, dass sie Oberfranken mit ihrem Engagement für die Energiewende und Gleichstellungspolitik eine grüne Stimme im Bundestag gibt."