Unter dem Motto "Kinderlieder" stand der 67. Singtag im Fränkische-Schweiz- Museum. Diesen hatte erstmals die Musikpädagogin Carolin Pruy-Popp veranstaltet. Sie ist die Nachfolgerin von Eberhard Hofmann aus Kirchehrenbach, der die Singtage einst ins Leben gerufen hatte.
Die 35-jährige Carolin Pruy-Popp ist Referentin für Volksmusik der Regionalstelle Bayreuth des Bayerischen Landesverbands für Heimatpflege. Neuer Referent ist auch Clemens Schellenberger. Er ist ein langjähriger ehrenamtlicher Mitarbeiter des Landesverbands für Heimatpflege und leitet die Singabende im Landkreis Fürth leitet.


45 Teilnehmer

Schellenberger ist selbst ein begeisterter Chorsänger. Er macht Kirchenmusik und singt viel mit seinem Enkel und mit Kindern im kirchlichem Rahmen. Bei früheren Singtagen war er schon als Mitsänger dabei.

Gekommen waren diesmal nur 45 Teilnehmer. Wie sich diese bescheidene Zahl erklärt, wusste auch Museumsleiter Rainer Hofmann nicht so recht. Tatsache jedenfalls ist, dass bei früheren Veranstaltung in der Regel über 70 Teilnehmer dabei waren. Carolin Pruy-Popp will das Motto künftiger Singtage an die Sonderausstellungen des Museums anpassen. Die nächste Ausstellung sollte eigentlich "Steinzeitkinder" heißen. Daraus wurde aber nichts und so trägt die nächste Sonderausstellung, die am Freitag, 11. März, um 18 Uhr eröffnet wird, den Titel "Als das Mammut zu schwitzen begann".

Der Landesverband für Heimatpflege unterstützt die Singtage im Fränkische-Schweiz- Museum von Beginn an. "Ich finde es toll, dass es einen ganzen Tag gibt, bei dem das Singen im Vordergrund steht", freute sich Pruy-Popp. Zum Brauchtum gehörten auch Kinderlieder. Und so wurden nicht nur alte und bekannte, sondern auch moderne fränkische Kinderlieder wie "Es war einmal ein Stachelschwein" oder das "Spatzenlied" gesungen. Und sogar ein norddeutsches Kinderlied mit dem Titel "Watt du mein Leevsten bist" war dabei. "Wichtig ist, wenn es um Kinderlieder geht, dass diese von den Generationen mitgetragen werden", so Pruy-Popp.

Eingeladen zum Singtag waren auch die Erzieherinnen der umliegenden Kindergärten; schließlich drehte sich ja alles um Kinderlieder. Vom Hohenmirsberger Kindergarten St. Martin waren gleich alle drei Erzieherinnen gekommen. "Wichtig ist, dass man den Kindern das Brauchtum vermittelt. Singen gehört in unserem Kindergarten einfach dazu" sagt Erzieherin Melanie König.


In Vergessenheit geraten

Die Leiterin des Horts, Marianne Brendel, zeigte sich ebenso begeistert vom Singtag. Interessant sei es, Lieder zu hören, die man selbst früher schon als Kind gesungen hat - und die inzwischen in Vergessenheit geraten seien. "Diese Lieder gehören zu unserer Kultur. Sie sind ein Stück Heimat. Wir singen jeden Tag mit den Kindern im Kindergarten", sagte Brendel.

Das eine oder andere Lied des Singtages wollen die beiden Erzieherinnen nun auch mit den Kindern singen. "Vielleicht gibt es dann sogar einen öffentlichen Auftritt bei einem unserer nächsten Kindergartenfeste", so Melanie König.