Sorgfältig herausgeputzt zeigt sich die schmucke Heimat- und Trachtenstube des Fränkische-Schweiz-Vereins, Ortsgruppe Leutenbach, im Obergeschoss des Rathauses. In regelmäßigen Abständen öffnet sie ihre Pforten. In diesem Jahr zum ersten Mal am Sonntag, 30. April, sowie am Montag, 1. Mai.

Die Betreuerinnen Monika Kaul und Katharina Kraft leisten in diesen Tagen viel Detailarbeit, um die Ausstellung möglichst perfekt zu machen. Als Sonderthema bieten sie Hochzeitsfotos aus den Jahren zwischen 1900 und 1960 an. Helfer im Hintergrund unterstützen ihre liebevolle Tätigkeit.

Man merkt den beiden Frauen die Begeisterung für ihre Aufgabe richtig an. Man merkt, es macht ihnen Freude. Dabei ist keineswegs alles eitel Sonnenschein. Die Helfer werden weniger, die Idealisten leider auch. "Wir können und wollen die Zeit nicht zurückdrehen. Aber wir wollen die Traditionen lebhaft erhalten", sagt Monika Kaul. Die Trachten in den Vitrinen wurden getragen zu festlichen Anlässen früherer Tage. Sie verraten viel über Sitten und Gebräuche. Kaul und Kraft tragen viel historisches Wissen in sich. Als gelernte Schneiderinnen verfügen sie auch über die Fähigkeit, notfalls einzugreifen und mit der alten, oft wertvollen Kleidung fachkundig umzugehen.
"Die Nedera, also die Näherin, hat früher die Braut ausstaffiert und war selbstverständlich mit auf der Hochzeit", erzählt Katharina Kraft.


Historisches Material

Wenn das Wohnzimmer bei der Hochzeit nicht ausreichte, wurde halt die Küche auch noch in Beschlag genommen. Bitten die Organisatorinnen Leute aus dem Dorf um historisches Material, erfahren sie meist viel Unterstützung.

Da steigen die Leute auch gerne einmal auf den Dachboden, kramen dort und holen alte Erinnerungsstücke heraus. Aber immer noch werden viele Erinnerungsstücke und damit wahre Schätze der Vergangenheit entsorgt, ohne sich deren Werts und Bedeutung bewusst zu sein. Sie gehen damit der Nachwelt schlicht verloren.
Die kommende Fotosonderausstellung in Leutenbach wird die Besucher faszinieren. Daneben erwarten die Besucher Vitrinen mit vielen anderen Gegenständen wie Trachten, Kleider und Haushaltsgegenstände. Auch eine Büchervitrine mit alten und auch wertvollen Schriften gibt es zu sehen.

Dazu zählen die Leihgabe einer Bibel aus dem Jahre 1763 oder die gesammelten Werke des Heimatdichters Georg Kanzler. Er wirkte viele Jahrzehnte in Leutenbach.

Tradition und Kultur werden von je her sorgsam in Leutenbach und seiner umliegenden Gemeinde gepflegt. Der Besucher kann mit der sehenswerten Heimatstube auch die Besichtigung des romantisch gelegenen St. Moritzkirchleins und des benachbarten Eremitenhauses verbinden, die ebenfalls an allen Sonn- und Feiertragen zwischen 14 und 17 Uhr geöffnet sind. Hier steht Eustach Kern aus Ortspitz für Auskunft und Führung vor Ort zur Verfügung.

Ein weiterer Termin erwartet Interessierte mit dem vom Fränkische-Schweiz-Verein ausgerichteten Mariensingen in der Moritzkapelle am Freitag, 12. Mai, um 19 Uhr.