Nun hat das Landratsamt Forchheim dem Antragsteller mitgeteilt, seinen Vorbeischeidsantrag abzulehnen. Ein Vorbescheid ist Grundlage für ein späteres Baugenehmigungsverfahren. Vor einer endgültigen Ablehnung der Vorbescheids wird dem Antragsteller noch eine Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben.

Gesamteindruck wird zerstört


In einer Mitteilung begründet das Landratsamt seine vorläufigen Entschluss, den Vorbescheidsantrag abzulehnen wie folgt: "Dem Vorhaben steht der Schutz des Orts- und Landschaftsbildes entgegen. Die Biogasanlage und der Rinderstall sind vor dem Ortseingang unmittelbar an der Zufahrtsstraße geplant. Auch wenn der Ort Niedermirsberg ein dörfliches Gepräge besitzt, wird das Vorhaben aufgrund seiner Größe den städtebaulichen und landschaftlichen Gesamteindruck erheblich stören." Zudem sei der Ort Niedermirsberg vom Landschaftsschutzgebiet "Fränkische Schweiz - Veldensteiner Forst" umschlossen. Das Vorhaben liege mit einer Fläche von ungefähr einem halben Hektar in diesem Landschaftsschutzgebiet.

"Das beantragte Vorhaben mit seinen geplanten Baukörpern läuft dem Schutzzweck des Landschaftsschutzgebiets, die Vielfalt, Eigenart und Schönheit des für die nördliche Frankenalb typischen Landschaftsbildes zu bewahren, zu wider." Außerdem betont das Landratsamt, dass die Stadt Ebermannstadt das für eine Genehmigung erforderliche gemeindliche Einvernehmen verweigert haben.

Ebenso ausdrücklich betont das Landratsamt: Eine Biogas-Anlage sei genauso wie ein Rinderstall ein "landwirtschaftlich privilegiertes" Bauvorhaben, das gegenüber den öffentlichen Belangen eine erhöhte Durchsetzungskraft besitzt. Das geplante Vorhaben in Niedermirsberg dürfe allerdings für die in der Nähe gelegene Wohnbebauung keine schädlichen Umwelteinwirkungen hervorrufen. Hinsichtlich dieses Gesichtspunktes sei die Prüfung des Landratsamtes noch nicht abgeschlossen. Gegenstand des Antrags auf Erlass eines Vorbescheids sei ohnehin noch nicht die technische Ausstattung der Biogasanlage gewesen.