Keinen Cent teurer als unbedingt notwendig dürfe der Erweiterungsbau des Landratsamtes in Forchheim werden, bekannte Landrat Hermann Ulm (CSU) bei der Präsentation der Planung dieses Projektes. Kreisbaumeister Walter Neuner stellte die überarbeitete Planung den Mitgliedern des Kreisausschusses vor.

Der wichtigste Unterschied zu den bisherigen Überlegungen: Der Anbau wird bis auf einen Meter auf den bestehenden Gebäudekomplex herangerückt. Dadurch entfällt der Übergang. Weitere Vorteile: Es ergeben sich bessere Gestaltungsmöglichkeiten und es gibt mehr Parkplätze, unterstrich Neuner. Fußgänger und Autos seien besser voneinander getrennt. Der Nachteil: Das Untergeschoss ist nicht so ideal beleuchtet wie bei der ursprünglichen Gestaltungsvariante.


Kfz-Anmeldung im Parterre

Im Erdgeschoss des Neubaus, der ebenerdig erschlossen wird, soll die Kfz-Zulassungsstelle untergebracht werden. Die haben den meisten Publikumsverkehr, argumentierte Neuner. Der Bereich, in dem der Geldautomat für Einzahlungen untergebracht werden soll, habe mehr Intimsphäre bekommen, sei nicht mehr so gut einsehbar. Die Arbeitsplätze würden so gestaltet wie gehabt. Glaswände trennen die Schalter, so dass der Kunde nicht mitbekomme, was am Nebenschalter gesprochen werde.


Toiletten etagenweise getrennt

Eine weitere Neuerung: Die WC-Anlagen werden in den jeweiligen Etagen nach Geschlechtern getrennt. Der Vorteil: Bei Veranstaltungen stünden den Gästen mehr Toilettenanlagen zur Verfügung, weil auf je einen Vorraum verzichtet werden kann.

Ein behindertengerechter Aufzug erschließt die oberen Stockwerke, in denen Büros, Technik- und Lagerräume untergebracht sind. Im Zwischenraum von Bestandsgebäude und Anbau sollen die Versorgungsleitungen hochgezogen werden. Der Sitzungssaal soll im Obergeschoss des Neubaus Platz finden. Die Sonneneinstrahlung werde durch einen Lichteinfall von Norden her gemildert.

Der Kreisjugendring bekomme sein eigenes Reich im Bereich des jetzigen A-Baus. Die Büros würden so angeordnet, dass das Fresko von Wendelin Kusche erhalten bleiben kann.

Als Energieversorgung ist ein Blockheizkraftwerk vorgesehen, das in der jetzigen Heizzentrale untergebracht werden soll. Auf dem Flachdach des Neubaus ist eine Photovoltaikanlage geplant.


VHS kommt in den Keller

Kreisrat Edwin Dippacher (CSU) zeigte sich mit der Planung einverstanden. Der Vortragsraum der Volkshochschule im Keller werde zwar nicht ohne künstliche Beleuchtung auskommen, sei aber angesichts der Gesamtkonzeption vertretbar. Nur den Wartebereich vor der geplanten Kfz-Zulassung fand er etwas zu üppig, zumal immer mehr online abgewickelt werden soll.

Lisa Badum (Die Grünen) interessierte sich für das Gesamt-Budget des Vorhabens. "Oder ist das ein Wunschkonzert?", fragte sie, erhielt aber nur eine ausweichende Antwort. Die Kosten ergäben sich aus dem umbauten Raum, fand Kreisbaumeister Neuner. Landrat Hermann Ulm bekräftigte, dass die Kostenschätzung möglichst unterboten werden solle.


Kosten bitte vorlegen

Kreisrat Sebastian Körber (FDP) hakte noch einmal nach: "Ich habe eine Sensibilität für die Kosten entwickelt und möchte schon wissen, was das Projekt kostet, bevor ich zustimme", forderte er. Spätestens in der nächsten Sitzung sollen die Zahlen auf den Tisch gelegt werden.

Einen Arbeitskreis, der weitere Vorschläge einbringt, hielt Körber dagegen für überflüssig. "Das ist ein effizienter Nutzbau", lobte der Architekt. In der Planung solle man "nicht groß rumfuhrwerken."

Als weiteren Vorteil hob Reinhold Göller, der Chef der Bauverwaltung heraus, dass der Kreisjugendring durch den Umbau einen abgeschlossenen Bereich bekommt. Das sei so abgesprochen.

Da die Planung bislang nur eine eine einzige behindertengerechte Toilette vorsieht, wird auf Wunsch der Kreisräte eine zweite rollstuhlgerechte WC-Anlage errichtet.

Gegen die Planung stimmte nur Lisa Badum (Die Grünen). Sie lehne die "megalomane Erweiterung" und den Bau eines neuen Sitzungssaales ab, da der bisherige Sitzungssaal erst mit großem Aufwand saniert worden sei.