Zum achten Mal können sich Kunstliebhaber und alle, die es werden wollen, vor Ort ein Bild davon machen, was Künstler im Landkreis Forchheim so alles tun und leisten. "Sie können sehen, was für einen reichen Schatz wir hier haben", sagte Landrat Hermann Ulm (CSU).
Er nahm damit Bezug auf die Aktion "Offenes Atelier". Diese findet statt am Samstag, 30. April, und Sonntag, 1. Mai.


Geeignete Plattform

Waren es im vergangenen Jahr 2500 Besucher, die 24 geöffnete Kunstwerkstätten aufsuchten, haben diesmal 20 Künstler ihre Pforten geöffnet. Ein kleines Problem sieht Organisator Toni Eckert: Es gibt keine gleichförmige Verteilung über den Landkreis, sondern eine Konzentration auf Regnitz- und Unteres Wiesenttal.

Die Lage der meisten Ateliers brachte aber einen weiteren Gedanken ins Gespräch: Die Radtour zur Kunst, wie das schon von etlichen Kunstenthusiasten getestet worden ist. "Kunst ist keine Nebensache", betonte auch Forchheims Kulturbeauftragte Katja Browarzik. Sie sieht die Aufgabe der Bildenden Kunst darin, "Feinstoffliches und Unsichtbares sichtbar zu machen und Strömungen in der Gesellschaft aufzugreifen". Dazu biete das Offene Atelier die geeignet Plattform, auch um die Vernetzung zur Öffentlichkeit zu stärken.


Kein Strom, kein Wasser

Gast bei der Flyer-Präsentation waren diesmal die Künstler Stefan R. Schnetz aus Bräuningshof, Heike Flügel aus Effeltrich, Rainer Schütz aus Eggolsheim und Christina Kraus aus Heroldsbach.
Schnezt lädt in sein Atelier im Waldgarten - "ohne Strom und Wasser", wie er sagt - und in seine Welt aus polymorphen Holz- und Metallplastiken. Zu den Techniken verrät er noch: "Metall ist wie Kaugummi, das kann man schneiden und schmieden; bei Holz ist das schwieriger, was weg ist, ist weg."Flügel verlegte erst vor einem Jahr ihr Atelier von Erlangen nach Effeltrich. Ihr Thema sind Tiere und Menschen.


Wieder der Pinsel

Rainer Schütz ist vielen bekannt und von Anfang an dabei. Sein Computerkunst hinter Glas hat viele Freunde. Doch diesmal dürfen die Besucher sich überraschen lassen. Schütz greift wieder zum Pinsel. "Ich bin gespannt, wohin das geht. Ich stehe vor der Leinwand und schaue, wie ich weiterkomme."

Die Jüngste im Kreis ist Christina Kraus. 2007 hat sie sich ihren Kinderwunsch erfüllt, Bücher illustrieren zu wollen. Der Anstoß war eine Begegnung mit einem Münchner Illustrator, der sie wieder zum Pinsel greifen ließ. Nach einem Meisterkurs für Illustration machte sie ihre Leidenschaft zum Beruf.
Ihr Lieblingsmotiv sind Raben, nach denen benannte sie auch ihr Atelier, in dem früher ihr Vater, der Holzbildhauer, gearbeitet hat. Zu sehen gibt es aber vor allem Rosen. Denn sie hat gerade für den Inselverlag ein Buch übe die Königin der Blumen fertiggestellt.