Trotz Dauerregen am Wochenende werten die Veranstalter ihren zweitägigen historischen Handwerkermarkt im Fränkische-Schweiz-Museum als Erfolg. Museumsleiter Rainer Hofmann zeigte sich jedenfalls mit dem Besuch zufrieden. Die meisten Aussteller taten es ihm nach. "Das Geschäft passt", kommentierte zum Beispiel Monika Pittrof, die schon zum drittenmal mit ihren Töpferwaren dabei war.

Auch Claudia Plechschmidt aus Kulmbach war zum drittenmal mit ihren Kerzen und Glasschmelzarbeiten dabei. Sie schmilzt zum Beispiel Bierflaschen mit Bügelverschluss, die man dann später als Untersetzter oder Brotzeitbrettchen nutzen kann.

"Es ist ein schöner Markt mit einem sehr schönen Angebot der verschiedenen Kunsthandwerker. Und das Publikum ist sehr interessiert daran, wie ich meine Kunstgegenstände herstelle", freute sich Claudia Plechschmidt.
Erstmals dabei war die freischaffende Betzensteiner Künstlerin Kerstin Kassel, die nicht nur malt und andere Kunstgegenstände herstellt, sondern auch eine Meisterin des Kupferstichs ist. Da die nächste Sonderausstellung im Museum bekanntlich dem Kupferstecher Abraham Wolfgang Küffner aus Betzenstein gewidmet ist, hat sie bewusst den Kupferstich gewählt, um diese Kunst auch den Museumsbesuchern vorzustellen. "Damit die Besucher sehen, wie ein Kupferstich überhaupt geht", erklärt Kerstin Kassel, die meist dicht umringt von interessierten Marktbesuchern war.


Ein dunkles Bier

Die Bronzeskulptur von Küffner in Betzenstein stammt übrigens auch aus dem Atelier von Kerstin Kassel. Beztenstein war beim Tüchersfelder Markt ohnehin gut vertreten. Erstmals dabei waren auch die Hobbybräuer der Zeiserl Bräu aus Betztenstein, die in einem Kessel im freien ihr Bier kochten.

Es sollte ein dunkles und naturtrübes Bier werden, das vielleicht schon beim Betzensteiner Weihnachtsmarkt verkostet werden kann. Es ist das erste Museumsbier der Zeiserl-Brauer, unter denen sich auch der Betztensteiner Bürgermeister Claus Meyer (FW) befand: "Eigentlich wollten wir Whiskey brennen", sagt Meyer. Doch da hatte der Zoll was dagegen.

Gleich daneben brutzeln die fränkischen Rostbratwürste und Schweinesteaks der Muggendorfer Metzgerei Wehrfritz auf dem Gasgrill. Ein Holzkohlegrill wäre für einen historischen Markt vielleicht passender gewesen, hätte aber wohl zu stark geraucht.

Vom Tüchersfelder Bäcker Müller gab es Urrädla und anderes Schmalzgebäck nach historischem Rezept. Sie gingen ebenso wie die sprichwörtlichen warmen Semmeln weg wie die bunten Herbstkränze der beiden Schwestern Irmengard Panzer und Angela Stehbach aus Immenreuth. Sie haben bereits ihre Stammkunden, die jedes Jahr kommen und einen Türkranz kaufen.
Ein Stammgast in Tüchersfeld ist die Steinmetzin Stefanie Eismann aus Kauernhofen bei Eggolsheim, die diesen Beruf zwar gelernt hat, ihn aber als Hobby macht. "Es ist jedes Jahr schön hier", sagte sie.