"Copa Cobana" ist nicht etwa eine Hymne auf den Strand von Rio, sondern die Geschichte darüber, wie ein Barkeeper des New Yorker Clubs von einem eifersüchtigen Mafiaboss kaltgemacht wird. Eberhard Wilhelm, der frühere Leiter der Musikschule, ließ denn auch seine E-Gitarre wie Polizeisirenen im Hintergrund klingen.
Bekannt aus dem Film Blues Brothers war die nächste Melodie; Henry Mancini hat sie für die US-amerikanische Krimiserie Peter Gunn geschrieben. Es folgte "Chicago", geschrieben um 1920, die kriminellen Schlagworte hat jeder sofort parat und lässt sich vom Schwung der Band mitreißen. In diesem melodiösen Kontext kann selbst der Jazz-Klassiker "Take Five" einen anderen "kriminellen" Sinn bekommen als die schlichte Feststellung, dass das Stück im Fünf-Vierteltakt geschrieben ist.


Das Beste aus zwei Auftritten

Zwei Auftritte haben die 15 Musiker bereits hinter sich und erlaubten sich, so Bassist Jürgen Hiltl, das Beste aus diesen Programmen nochmals vorzutragen. Die Big Band setzt sich aus Schülern, ehemaligen Schülern, Schülereltern und Musiklehrern zusammen. Hiltl lehrt die Trompete, bei der Band übernimmt er den Kontrabass. Dafür hat sein Schüler Thomas Heller die Trompetensoli. Peter Saam bleibt hingegen bei seinem Saxofon.
Sie will die breite Palette der Musikstile abdecken, auch wenn der Jazz eindeutiger Schwerpunkt ist. Und sie ist offen - das betont Hiltl eigens - für Menschen, die eine Instrumentalausbildung vor Jahren gemacht haben und erst jetzt wieder in ihrem Lebenslauf Zeit haben, ihr Instrument in einer Band zu spielen. Einige künftige Mitglieder waren sogar schon unter dem Publikum auszumachen.

Der Querschnitt traf denn auch den Geschmack von Jung und Alt. Mit Rückgriffen auf die Swingära und den Rock'n'Roll. Hier war bei Bill Haleys "Rock around the Clock" Gitarrist Wilhelm besonders gefragt. Für die Latinrichtung stand "Bossa Brasilia" und für die 80er-Jahre "September" von Earth, Wind and Fire.

Was kommt da noch?, fragte man sich in der Pause. Traditionals? Ja, die "Fat Cat", die Sich Saam wie Garfield vorstellt, und "Don't stop believin'". Doch dann sagte Saam "Enter Sandman" an. Das Stück kennen viele, machte es doch Metallica zur führenden Heavy-Metal-Band der 90er-Jahre. Zwar klang die Big-Band-Fassung etwas weicher und melodischer als das Original auf dem Black Album. Wilhelm jedoch stieg ab dem Intro tief in die charakteristischen Riffs ein. Selbst die Augen kamen nicht zu kurz, ließ doch die Big Band die Rathaussaalbühne kräftig in Blau und Rot ausleuchten.