"Tretens ein, nur herein, größter Jux für Groß und Klein..." - verfolgt man das Verkehrsgeschehen am neuen Forchheimer Kreisverkehr fühlt man sich an Hermann Leopoldis Evergreen der 30-iger Jahre erinnert: "Schön ist so ein Ringelspiel".

Mittwoch, 10 Uhr, Momentaufnahmen der gröbsten Fahrfehler nach der Fertigstellung des Rundkurses: Die Ampeln sind abgeschaltet. Ein vom Marktplatz kommender Lieferwagen ignoriert den Kreisverkehr vollkommen und biegt, entgegen der ausgewiesenen Fahrtrichtung, auf dem gewohnten Weg nach links in die Klosterstraße ab. Ein ebenfalls vom Marktplatz kommender Jeep-Fahrer nimmt einem im Kreisverkehr befindlichen Wagen mit grünem Seitenstreifen die Vorfahrt - dumm gelaufen: es ist ein Polizeiwagen. Die Beamten lassen Gnade vor Recht ergehen. Ein Lastwagen auf dem Wege zur Tiefgarage muss im Kreisverkehr anhalten und zurücksetzen - der Fahrer hat sich im Kurvenradius verpeilt. Den Blinker zu setzen im Kreisverkehr vergessen fast alle. Die Bussfahrer indes erweisen sich als Routiniers im Kreisverkehr - müssen aber kräftig am Lenkrad kurbeln und einer schüttelt entgeistert mit dem Kopf. Passanten zeigen sich skeptisch.


Ordnungsamtsleiter ist zufrieden

Dennoch: nach einer 15- minütigen Erstbeobachtung stellt Ordnungsamtsleiter Klaus Backer zufrieden fest: " Läuft einwandfrei - ganz große Klasse". Eine Anekdote kann er erzählen von den ersten vier Bussen, die den Kreisel umrundeten: "Drei Busse wurden von Männern gesteuert, einer von einer Fahrerin. Und wer hat den Kreisel am besten umrundet? Die Frau!"

Zur Sicherheit der Passanten wurden eigens tropfenförmige Fußgänger-Querungshilfen in der Mitte der Fahrbahnen angelegt.


Vorsicht: keine Zebrastreifen

Aber aufgepasst: es gibt keine Zebrastreifen - "der Fahrzeugverkehr hat Vorrang", warnt der Ordnungsamtsleiter - und Radler dürfen die Spur im Kreisverkehr nicht schneiden, wie bisweilen zu beobachten ist, sondern müssen sich, wie auf der normalen Straße, rechts halten.


Bushaltestellen verlegt

Die mit der Einführung des Kreisverkehrs verbundene Änderung der Bushaltestellen sorgt noch immer für Verwirrung. Deshalb hier noch einmal die neuen Regelungen: Busse aus Richtung Bamberger Straße / Marktplatz können jetzt nicht mehr nach links in die Klosterstraße abbiegen.

Die davon betroffenen Buslinien 263 und 265 werden daher die Haltestelle Klosterstraße in Richtung Bahnhof nicht mehr anfahren. Sie halten bis auf weiteres am Paradeplatz Haltestelle Nr. 10 (gegenüber der REWE), teilt das Landratsamt mit.