Familiendrama in Oberfranken: In Kirchehrenbach im Landkreis Forchheim sind am Dienstag in einer Wohnung drei Leichen entdeckt worden.


Familiendrama in Kirchehrenbach: Todesursache steht fest

Update von Donnerstag, 9. Februar: Staatsanwaltschaft Bamberg und Polizei Oberfranken bestätigten am Mittwochabend, dass es sich bei den drei Toten um die 39 Jahre alte Bewohnerin des Hauses und ihre beiden Kinder handelt.

Nach den bisherigen Erkenntnissen von Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft Bamberg hat die Mutter ihre beiden Kinder und sich selbst unter Einsatz von Brandbeschleuniger getötet.
Ein Fremdverschulden, also die mögliche Beteiligung weiterer Personen, schließen die Beamten derzeit aus. Die bisherigen Ermittlungen ergaben, dass die Frau und ihre Kinder an einem Verbrennungsschock sowie einer Rauchgasvergiftung verstorben sind.

Offenbar litt die 39-Jährige an einer psychischen Erkrankung. Sie hatte sich in der Vergangenheit auch in psychiatrischer Behandlung befunden. Ob die Krankheit im Zusammenhang mit der Tötung der beiden Kinder und dem Suizid der Frau steht, prüfen nun Polizei und Staatsanwaltschaft. Auch wenn die Personen identifiziert sind, laufen die Ermittlungen weiter.

Zwei Polizisten mussten wegen einer Rauchvergiftung ins Krankenhaus

Die beiden Polizisten, die die Leichen in dem Einfamilienhaus voller Rauch gefunden hatten, sind inzwischen aus dem Krankenhaus entlassen. Sie waren wegen einer Rauchgasvergiftung versorgt worden. "Mit dem Verdacht ist nicht zu spaßen", erklärte ein Sprecher der Polizei Oberfranken. Für die beiden Kollegen werde es nun Betreuungsangebote geben - wegen der psychischen Belastung. Auch weitere Einsatzkräfte wurden am Tag nach dem grausigen Fund von Spezilalisten psychisch betreut.

Nachbarn der Familie in Kirchehrenbach berichten

Eine Nachbarin meint am Telefon, dass sich das Ehepaar, das in dem gepflegten Einfamilienhaus wohnte, an Weihnachten vergangenen Jahres getrennt habe. Der Ehemann sei deshalb ausgezogen. Seitdem lebten die Frau und ihre Kinder allein. Seit rund sieben Jahre lebte die Familie im Ort Kirchehrenbach, hatte sich dort den Traum von den eigenen vier Wänden verwirklicht.
Eine weitere Nachbarin habe sich Dienstagmorgen noch gewundert, als die Frau ihre beiden Kinder nicht zum Kindergarten gebracht hat. Generell beschreiben Anwohner die Familie als freundlich und zuvorkommend. "Sie waren wirklich eine tolle Familie." Warum es zur Trennung kam, dazu schweigen die Menschen im Lärchenweg. Laut Medienspekulationen soll sich der Mann nicht genügend um die Kinder gekümmert haben.

Ebenfalls aus der Nachbarschaft ist zu erfahren, dass die 39 Jahre alte Frau eigentlich am 14. Februar ihren 40. Geburtstag feiern wollte. Doch die Feier hatte sie überraschend am Montag abgesagt.


Die Frau kommt ursprünglich aus dem Kreis Kronach und hat eine traurige Familiengeschichte

Die Frau stammt aus einer Gemeinde im Landkreis Kronach. In der Familie der 39-Jährigen war es laut Recherchen von inFranken.de zu zwei Tragödien in nicht einmal einem Jahr gekommen. Vater und Mutter begingen nämlich kurz hintereinander Suizid.

Dementsprechend groß ist nun auch das Entsetzen in der Frankenwald-Gemeinde über die Tragödie in Kirchehrenbach. Eine Frau aus dem Ort erzählt: "Die Mutter der Kinder hielt trotz ihres Umzugs immer engen Kontakt zu ihrer Verwandtschaft im Frankenwald." Bis zuletzt soll die Familie auch nach außen den glücklichen Schein einer Familie gewahrt haben.

Ganz Kirchehrenbach ist entsetzt

Für Bürgermeisterin von Kirchehrenbach, Anja Gebhardt (SPD), ist das Familiendrama ein großer Schock: "Mich hat diese Nachricht furchtbar betroffen gemacht. Das belastet mich sehr. Mein großes Mitgefühl gilt nun dem Vater und den Angehörigen."

Weiter sagte Gebhart: "Nichts macht das mehr gut, auch kein Ergebnis." Gemeint ist die Todesursache. Ein Trauergottesdienst sei vorerst nicht geplant. Die Familie, die in dem Haus gewohnt habe, sei zugezogen gewesen und habe in der Gemeinde keine Angehörigen.


Oberfranken: Polizei wurde um 12 Uhr zu dem Haus gerufen

Kurz nach 12 Uhr war eine Streifenbesatzung der Polizei Ebermannstadt zu dem Einfamilienhaus im Lärchenweg gerufen worden und die Polizisten erkannten in der offenbar verrauchten Wohnung leblose Personen. Ein weiteres Betreten war auf Grund der Rauchentwicklung nicht möglich. Daraufhin verständigten die Beamten auch die Feuerwehr. chp/pg/vs/dvd/dpa