Ein fulminanter Saisonauftakt vor ausverkauftem Kolpingsaal gelang dem Sinfonischen Blasorchester des Musikvereins Forchheim-Buckenhofen (SBO). Hatte es sich doch mit dem "Nordbayerischen Jugendblasorchester" ein mehrfach preisgekröntes Auswahlorchester der Spitzenklasse nach Forchheim eingeladen.
Nicht aus Zufall, denn in diesem Ensemble zählen inzwischen die Top-Talente aus Buckenhofen zu den Leistungsträgern, wie Dirigent und Gründer Ernst Oestreicher in seinen verbindenden Worten betonte.


Kurz vor dem Abschluss

Dies bewies eindrucksvoll Sina Herbst (25), die - im Musikverein groß geworden - mit 16 schon ein Gaststudium an der Musikhochschule in München begann und inzwischen nach zwei Bachelor-Abschlüssen in Klarinette und Musikpädagogik kurz vor dem Master-Abschluss steht.

Von ihr kam ein atemberaubendes Klarinettenkonzert zur Musik der Jazz-Legende Artie Shaw, welches die 400 Zuhörer restlos begeisterte. Unter dieses Publikum hatten sich neben Landrat Hermann Ulm (CSU) auch der scheidende OB Franz Stumpf (CSU) gemischt!

Zuvor absolvierte das gastgebende SBO eine "Art Generalprobe vor Publikum", wie es Moderator und Vorstandsmitglied Bernd Froese nannte. Denn das SBO wird in zwei Wochen mit dem Pflichtstück "La Vouivre" aus der Feder von Thomas Doss und der Kür, einer musikalischen Homage an den legendären Hochgebirgs-Kapellenweg "Sacri Monti" des Schweizers Mario Bürki, erstmals am internationalen Blasorchester-Wettbewerb "Flicorno d' Oro" in Riva del Garda teilnehmen. Die Probenarbeit des vergangenen Winterhalbjahres machte sich in der Qualität der beiden Vorträge sofort bemerkbar. Dass es für sein Orchester "immer noch Luft nach oben" gibt, stellte MVB-Vorsitzender Heiner Kredel in seiner Beurteilung der Darbietungen der musikalischen Gäste aus Nordbayern trocken fest.


Weltbekannter Klassiker

Kraftvoll und brillant war der Auftakt des zweiten Konzertteiles mit der "Liberty Fanfare" von John Williams, geschrieben zum Jubiläum der Freiheitsstatue im Hafen von New York.

Danach die Ouvertüre zur Johann Strauß'schen "Fledermaus", dem Höhepunkt der goldenen Wiener Operetten-Ära, mit all seinen weltbekannten Klassikern. Das bereits erwähnte, jazzige "Konzert für Klarinette und Blasorchester" mit manchmal lyrischen bis hin zu oft messerscharf virtuosen Stellen, bei dem die Solistin Sina Herbst schier unglaubliche Brillanz zeigte, war sicher der musikalische Höhepunkt des Abends.
Wenngleich die ausgereifte Darbietung der 50 jungen Musiker nicht unterbewertet sein darf, von denen sich viele auf den Weg zum Berufsmusiker befinden.


Goldenes Abzeichen

Ihr Debüt feierten übrigens gleich drei junge Männer aus Buckenhofen, die im vergangenen Jahr die für das Auswahlorchester erforderliche Goldene Leistungsabzeichen des Nordbayerischen Musikbundes errangen: Emmo Lochner (18) an der Posaune, Fabian Kreppelt (18) am Euphonium und der Trompeter Johannes Dornheim (19). Besonders gefordert waren sie bei ihrem Debüt auch gleich mit "Children of Sanchez" des amerikanischen Flügelhornisten Chuck Mangione, dessen Instrument durch Sebastian Saffer perfekt in Szene gesetzt wurde.

Gegen Ende des Konzerte wartete noch eine Besonderheit auf das begeisterte Publikum: Zum 60. Geburtstag von Ernst Oestreicher widmete der Nordbayerische Musikbundes seinen Bundesdirigenten seit 1988 eine Auftragskomposition, die von Thiemo Kraas geschrieben wurde und den treffenden Titel "Vita pro Musica" trägt.
.