Er schlug Thomas (Name geändert) mit der Faust auf die Nase. Aus heiterem Himmel und mit voller Wucht. Die Folge: Eine Nasenbeinfraktur. So steht es in der Anklageschrift. Jetzt musste sich der 20-Jährige mit der flinken Faust dafür vor Gericht verantworten.

So richtig erinnern, was in den frühen Morgenstunden des 17. Februar auf einer Faschingsveranstaltung in Dormitz passiert ist, konnte sich weder der Schläger, noch das Opfer. Fest steht: Der Alkohol floss in Strömen. Und: Thomas hatte plötzlich eine gebrochene Nase und musste medizinisch behandelt werden.

"Vom Tatgeschehen selbst weiß ich nichts mehr", räumt Jens auf Nachfrage von Jugendrichter Philipp Förtsch ein. Der 20-Jährige hatte an diesem Abend seinen Geburtstag gefeiert und war alles andere als nüchtern.


Unklarer Tathergang

Auch das Erinnerungsvermögen von Thomas ist getrübt. "Ich war mit Kumpels an einer Bar und habe etwas getrunken. Auf einmal haben sich zwei ältere Herren zwischen meine Freunde gedrückt." Es sei zu einer Schubserei gekommen, die er schlichten wollte. "Dabei fiel ich auf den Boden. Als ich wieder aufgestanden bin und mich umgedreht habe, spürte ich schon die Faust in meinem Gesicht", schildert der 23-Jährige den Ablauf.
Warum Jens zuschlug, wisse er nicht, berichtet Thomas. "Wir kannten uns vom Sehen. Differenzen habe es nie gegeben, beteuert er.

Staatsanwalt Christian Lang plädierte bereits zu Beginn der Verhandlung auf eine Einstellung des Verfahrens. Er sprach sich für ein Schmerzensgeld aus. Sowohl die Nebenklage als auch der Angeklagte und sein Verteidiger stimmten dem zu. Zudem entschuldigte sich der Angeschuldigte bei dem Geschädigten: "Wenn ich es war, der dich verletzt hat, tut es mir echt leid."

Richter Förtsch stellte das Verfahren vorläufig ein. Da Jens in der besagten Nacht jedoch freiwillig sehr viel Alkohol konsumiert hat und damit ein unüberlegtes Handeln in Kauf nahm, muss er 1400 Euro Schmerzensgeld an Thomas zahlen.