Dem Thema entsprechend fand die Sitzung des Finanzausschusses nicht im kleinen Sitzungssaal des Rathauses sondern im Königsbad statt _ denn hier soll kräftig investiert werden werden: in energiesparende Technik und in Bespaßung.

Letztere soll mittels einer Effektbeleuchtung an den Röhren der Wasserrutschen erfolgen. Zwei Varianten wurden präsentiert: während eine einfache Beleuchtung rund 17.000 Euro für beide Rutschen kostet würde eine Effektbeleuchtung mit "Running Lights" mit 56.000 Euro zu Buche schlagen.

Das ließ vor allem die Grünen schlucken - denn gerade zuvor hatte man noch über das von rund 840.000 auf 990.000 Euro gestiegene jährliche Defizit des Königsbades diskutiert.

"Mir ist nicht klar", so Annette Prechtel von der Forchheimer Grünen Liste (FGL), "warum man sich einerseits über das Defizit beklagt und Einsparungen fordert und im nächsten Schritt über teure Lichteffekte diskutiert". Sie warnte davor, sich einen solchen Luxus zu leisten und damit buchstäblich noch weiter ins Defizit zu rutschen. Auch ihr Fraktionskollege Gerhard Meixner zeigte sich erstaunt darüber, dass man alle Jahre ein Minus von fast einer Million zur Kenntnis nehme und dann spontan solche Ausgaben plane.

Stefan Schick (CSU) hielt dem entgegen, dass man zu den Defiziten stehen müsse, die ja schließlich dem Wunsch nach sozialverträglichen Preisen geschuldet seien. Die Effektbeleuchtung diene der Attraktivitäts- und damit der Besuchersteigerung. Auch sein Parteikollege Josua Flierl sprach sich für diesen "Hingucker" aus. Als "energiepolitisch fragwürdig aber hinsichtlich der Attraktivitätssteigerung wünschenswert" bezeichnete CSU-Fraktionssprecher Udo Schönfelder die Effektbeleuchtung. Ulrich Schürr von den Jungen Bürgern verwies darauf, dass die Bäder in einem Wettbewerb stünden, daher gehe kein Weg vorbei an einer Steigerung der Attraktivität des Königsbades. Es genüge jedoch, nur einen Teil der Rutschen mit einem Beleuchtungseffekt auszustatten. Wenn man dem Vergleich mit den Wettbewerbern nicht standhalte, bestehe die Gefahr, noch mehr Jugendliche zu verlieren, wante Peter Lutz, der für das Marketing verantwortlich ist. Bäderchef Walter Mirschberger verzeichnete bei den Jugendlichen in der vergangenen Sommersaison mit rund 50.000 Besuchern einen Rückgang gegenüber dem Vorjahr mit zirka 56.000 jugendlichen Badegästen. Allerdings stellte er fest, dass im Sommer stets weniger Leute kämen - das Ganzjahresbad erlebe seine Hochkonjunktur vor allem bei schlechtem Wetter und im Winter. Hier verzeichnet man bei Erwachsenen einen Besucheranstieg.


Erhöhung der Saunapreise

Auf Grund einer Steueranhebung müssen ab 2016 die Preise angepasst werden. Im 2,5-Stunden-Traif soll die Sauna statt 10 Euro künftig 11,50 Euro kosten. Die Tageskarte statt 16 nun 18 Euro und die Jahreskarte soll von 590 auf 750 Euro erhöht werden.