Seit zwei Jahren läuft nun schon der Versuch, im Krankenhaus Ebermannstadt eine psychosomatische Abteilung einzurichten. Reinhard Hautmann, Verwaltungschef am Klinikum Forchheim, wundert sich, dass noch immer keine Entscheidung gefallen ist. Die Psychosomatik in Ebermannstadt sei Voraussetzung einer Fusion: "Aber es geschieht nichts", sagt Hautmann.

Das Thema war auch am Donnerstag Thema im Stadtrat. Albert Dorn (SPD) sprach von einem "Dilemma mit Ebermannstadt". Weil der Landkreis Forchheim mit der Klinik in Ebermannstadt nicht vorankomme, könne Forchheim seine Intensiv-Station nicht ausbauen. Intensiv-Patienten müssten in andere Kliniken verlegt werden. "Das ist eine Zumutung ", kritisierte der SPD-Stadtrat.

Schon vor der Ratssitzung hatte Reinhard Hautmann bei einem Presse-Gespräch betont: Selbst wenn die Fusion beschlossen sei, könne sie nicht über Nacht realisiert werden. "Es ist ein längerer Vorlauf nötig. Es muss geklärt werden, wer die Schulden aus Ebermannstadt übernimmt. Aus meiner Sicht kann das nicht Forchheim sein - ich werde nein sagen." Auch die personelle Situation in Ebermannstadt sei völlig unklar: "Dort gibt es mehrere Chefärzte. Wo werden sie künftig arbeiten?"

Der Forchheimer Klinik-Chef stellt auch die Frage in den Raum, ob nicht die Aufsichtsräte in Ebermannstadt ihr vergangenes Tun verantworten sollten: Sie hätten einst einen Neun-Millionen-Euro-Neubau beschlossen, ohne sich über die Finanzierung Gedanken zu machen. Wie sich die aktuelle Finanzsituation darstelle, darüber sei er nicht informiert. "Ich kenne nicht mal die Bilanz 2014, obwohl sie schon längst vorliegen müsste."

Die Klinik-Fusion-Debatte scheint in einem Teufelskreis festzustecken. Die Kardiologie aus Ebermannstadt soll von Forchheim aufgenommen werden. Das sei aber nicht möglich, sagt Hautmann, solange für die Klinik Fränkische Schweiz kein Ersatz gefunden sei. Findet Ebermannstadt den Ersatz nicht, kann wiederum Forchheim nicht agieren, weil der Startschuss für die Erweiterung der Intensiv-Station nicht möglich sei, "solange die Fusion nicht rechtlich abgeschlossen ist".

Das rief Hautmann auch den Stadträten am Donnerstag nochmal in Erinnerung. Und Oberbürgermeister Franz Stumpf (CSU/WUO) meldete Zweifel an der Vorgehensweise des Landkreises in Ebermannstadt an: "Ich frage mich, ob die geplante Psychosomatik der Weisheit letzter Schluss ist." Bürgermeister Franz Streit (CSU) forderte wegen der "schleppenden Planung" in Ebermannstadt eine "Parallelplanung nach dem Vorbild der Fusion in Neumarkt und Parsberg".