Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Bamberg hat mit dem Forstsassessor Marco Kunz jetzt erstmals eine "Klimafachkraft" eingestellt.

Im Rahmen des Klimaprogramms Bayern 2020 (KLIP) wird er für das Projekt "Zukunftssichere Wälder" im Landkreis Forchheim in den Gebieten Pautzfeld und Heroldsbach als Ansprechpartner für Privatwaldbesitzer fungieren. Gerade dort sind viele Waldflächen in Privatbesitz, vielfach reine Kiefernbestände und meist sehr klein. Eine Bewirtschaftung mit Maschineneinsatz ist schon allein durch die fehlende Erschließung kaum möglich. Doch die Monokulturen haben wenig Zukunft.

Viele kleine Flächen

"Der Klimawandel ist eine Tatsache, nur das Ausmaß und die Geschwindigkeit der Veränderung ist noch nicht abzusehen. Um gemeinsam mit den Waldbesitzern zukunftssichere Mischbestände aufzubauen, beschäftigen wir seit Oktober 2013 einen forstlich ausgebildeten Projektleiter", erklärt Forstdirektor Michael Kreppel.

Bei einer Begehung in den Pautzfelder Privatwäldern wird die Problematik des Waldumbaus deutlich. Viele ganz kleine private Waldflächen reihen sich aneinander.
Oft sind sie nur einen halben Hektar groß. Manchmal auch nur zehn Meter breit und 400 Meter lang. Und fast überall in diesem Gebiet wachsen ausschließlich Kiefern.

Wie auch bei Norbert Winkelmann, der dort ein Waldgrundstück besitzt. Seine Parzelle ist etwa 1,4 Hektar groß und damit eine der größten in der Umgebung.

Auch hier muss der Wald unbedingt in Richtung eines Mischwalds ungewandelt werden. Der Eigentümer ist dazu bereit und lässt sich gern von der Klimafachkraft Marco Kunz über die Möglichkeiten informieren. Es gibt dazu auch staatliche Förderungen.

"Vorsichtige Entnahme"

Auch die Waldbesitzervereinigung Kreuzberg wird mit ins Boot geholt. Sie wird bei Winkelmann die Durchforstung fachgerecht übernehmen und das Holz für ihn anschließend auch vermarkten.

Förster Matthias Koch erklärt vor Ort, was in diesem Zusammenhang alles gemacht werden muss: "Zunächst muss Licht geschaffen werden, damit Neupflanzungen auch gedeihen können." Bei Bäumen, die zu eng aneinander stehen oder sich oben an der Krone berühren, "muss einer weichen, damit sich der andere gut entwickeln kann". Forstdirektor Michael Kreppel legt allerdings großen Wert auf eine "vorsichtige Entnahme". Ihm schweben ungefähr 60 Festmeter Holz pro Hektar vor.

Welche neuen Baumarten anschließend neu gepflanzt werden, richtet sich nach der jeweiligen Bodenbeschaffenheit. Im Pautzfelder Waldgebiet bietet sich die Buche an. "Sie kommt mit den Bodenverhältnissen hier besonders gut zurecht und ist eine klimastabile Mischbaumart", erklärt Marco Kunz.