Kinder aus sechs Kindergärten haben Papiertüten bemalt und beklebt. Für einen Euro pro Stück werden diese Tüten verkauft. Das gesamte Geld erhalten die beteiligten Kindergärten. Spendiert wurden die Papiertaschen von Dominic Mayer, dem Inhaber des Gräfenberger Rewe-Markts.
Viele Federn, Kleber und Glitzer verzieren die Papiertüten, die in der Osterferienwoche von mehr als hundert Kindergartenkindern aus Obertrubach, Egloffstein, Hiltpoltstein, Thuisbrunn, Gräfenberg und Weißenohe ideenreich bemalt und beklebt worden sind. "Da in den Ferien auch die Schulkinder mitgemacht haben, sind auch FCN- und Bayern-München- Tüten dabei", sagt Elke Raschzok-Falk, die Leiterin der Kindertagesstätte Egloffstein.

Manche Kinder haben kleine Schiffchen gebastelt und diese dann auf die Tüten geklebt, andere mit Buntstiften Schmetterlinge oder Blumen gemalt. Selbst die Kleinen wirkten mit. Mit Feuereifer waren alle Kinder bei der Sache. Neben dem Spaß erhalten die Kindergärten Spendengelder. "Jedes Kind eine Papiertüte", das war der Gedanke, den Dominic Mayer, mit der Aktion verbunden hat. Er sponserte die mehr als 500 Tüten, die im Markt zu einem Euro je Stück verkauft werden. Der Erlös kommt zu 100 Prozent den Kindergärten zugute. Er selbst möchte den erzielten Betrag verdoppeln. "Ich finde es gut, wenn Kinder unterstützt werden. Denn Kinder sind unsere Zukunft", sagt Mayer. Er ist selbst Vater von zwei Kindergartenkindern in Ebermannstadt.

Geld für eine Grillparty

Ein Kollege aus Dortmund hatte vor einiger Zeit dieselbe Aktion durchgeführt. Mayer fand diese Idee so gut, dass er selbst beschloss, den Kindern Spaß und eine Spende zu schenken.

Als er die verschiedenen Kindergärten in der Umgebung über sein Vorhaben informierte, waren alle sehr aufgeschlossen. "Es kommt uns zugute. Und Papiertüten sind besser als Plastiktüten", freut sich Andrea Roder. Sie ist die Leiterin des Kindergartens in Hiltpoltstein. Schon seit einiger Zeit sind die Kinder ihrer Ansicht nach besonders für den Umweltgedanken sensibilisiert.

"Von dem Erlös werden wir eine Grillparty feiern", sagt Roder. Das liebten die Kinder. Da sie erst kürzlich eine Spende von fast 700 Euro erhalten haben, konnten sie schon Leuchtpuzzles oder Magnete zum Baggerbauen kaufen.

Hula-Hoop-Reifen oder Bälle möchte dagegen der Obertrubacher Kindergarten von den Spenden erwerben. "Die Kinder freuen sich über solche Aktionen. Sie machen dabei gern mit", sagt Monika Hesel, die Leiterin in Obertrubach.

"Die Kinder wollten die Tüten am liebsten mit nach Hause nehmen", sagt Sylvia Wyrich, die Leiterin des Thuisbrunner Kindergartens. Auch die Eltern hätten die Tüten ihrer Kinder gerne im Kindergarten selbst erworben, um sicher zu gehen, auch ja die von ihren eigenen Sprösslingen bemalte Tasche zu erhalten. Diese werden im Gräfenberger Markt verkauft. Gleich vorn im Eingangsbereich stehen und liegen seit einer Woche die bunt gestalteten Papiertüten im Mittelpunkt.

Mit viel Begeisterung

"Gleich am ersten Tag sind schon viele Tüten verkauft worden. Viele Omas und Mütter suchen den Namen ihres Enkels oder Kindes", sagt Mayer. Die Aktion läuft so lange, bis alle Taschen verkauft sind. Wie viel Geld damit an die Kindergärten fließt, ist noch nicht klar. "Entweder wir kaufen Spielmaterial oder nehmen es als Zuschuss für einen Theaterbesuch", sagt dazu Elisabeth Schreiner-Brütting, stellvertretende Leiterin aus Gräfenberg.
Und die Weißenoher Kinder, die ebenfalls alle mit Begeisterung die Tüten verschönert haben, entscheiden in einer Kinderkonferenz, was sie von dem Geld erwerben möchten.