Wer auf der Suche nach einem neuen Auto ist, kommt nicht darum herum, sich auch darüber zu informieren, wie teuer die Versicherung für das Traumauto werden wird. Wenn man das Auto allerdings schon eine Weile fährt, wird darüber nur noch selten nachgedacht. Doch wie setzt sich eine KfZ-Versicherung eigentlich zusammen?

"Zur Bestimmung der Versicherungshöhe werden unterschiedliche Tarifkriterien beachtet", sagt Kathrin Jarosch vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). "Die Einstufung geschieht individuell. Dabei werden Regional- und Typklassen berücksichtigt." Die erste der beiden Klassen wurde nun wie in jedem Jahr neu berechnet.

Eine Klasse höher

Der Zulassungsbezirk Forchheim ist nun für die Haftpflichtversicherung in die Klasse 8 gerutscht. Das ist eine Stufe höher als zuvor. Teilkasko und Vollkasko rangieren weiter jeweils in der Klasse 3. Insgesamt gibt es zwölf verschiedene Klassen, wobei die höchste Klasse auch mit den höchsten Kosten rechnen muss.

"Zwingend muss es jetzt nicht teurer werden für die Forchheimer", sagt Jarosch vom GDV, "es könnte aber. Das ist jedoch von vielen Faktoren abhängig." So könnte es ein, dass man trotz einer höheren Regionalklasse weniger bezahlt, wenn man zum Beispiel durch langjähriges unfallfreies Fahren heruntergestuft wird.

Doch warum ist die Haftpflichtversicherung in Forchheim nun eine Klasse gestiegen? "Es geht um die Schadensbilanz in der Region", erklärt Jarosch. So könnten die Unfälle mehr oder auch einfach teurer geworden sein. Das heißt konkret: Die Durchschnittskosten, die für die Haftpflichtversicherungsgeber im vergangenen Jahr pro Fahrzeug im Zulassungsbezirk entstanden sind, sind höher als im Vorjahreszeitraum.

Der dabei errechnete Index lässt allerdings keine Rückschlüsse auf die gesamte Unfallhäufigkeit oder Verkehrssicherheit zu, da nur die von der Versicherung regulierten Schäden erfasst werden. Der bundesweite Durchschnitt wird mit 100 beziffert. Wenn also ein Zulassungsbezirk über diesem bundesweiten Durchschnitt liegt, liegt der Index über 100. Der Zulassungsbezirk Forchheim hat einen Index von 105,26 für Haftpflichtversicherungen, für Teilkasko jedoch 74,24 und für Vollkasko 94,32.

Der Nachbarlandkreis Erlangen-Höchstadt wird nach der neuen Einteilung für die Haftpflicht in die Klasse 7 gestuft, ebenfalls eine Klasse höher als im Vorjahr. Der Index liegt dort bei 101,14. Bamberg-Stadt liegt in der Haftpflichtversicherung bei 93,39 und damit in der Klasse 3, Bamberg Land mit 94,79 in der Klasse 4. Fränkischer Spitzenreiter ist Nürnberg mit einem Index von 125,37 und damit der höchsten Schadensklasse, der Klasse 12. Erlangen hingegen wird in Klasse 7 eingeteilt mit dem Index von 102,69.

Finanztest rät zum Vergleich

Anhand dieser Indizes orientieren sich die Versicherer, bestätigt Beate-Kathrin Bextermöller, Projektleiterin bei der Stiftungwarentest für Versicherungsfragen. "Es kann möglich sein, dass es Unterschiede gibt bei den Versicherungen, grundsätzlich richten sich aber alle Versicherer nach den Werten." Aber auch sie betont, dass es viele Einflussfaktoren für die Berechnung der Versicherung gibt. "Zum 1. Oktober werden bei den meisten Versicherungen Tarifänderungen bekannt gegeben, die ab dem 1. Januar dann gültig sind", sagt Bextermöller. "Man sollte sich deshalb im Oktober und November verstärkt umschauen und vergleichen." Gegebenenfalls kann man dann bis Ende November die aktuelle Versicherung kündigen. "Man sollt sich aber durch die Erhöhung der Regionalklassen nicht verunsichern lassen."