Der Burschenkeller in Dormitz sieht aus wie ein typisches Vereinsheim, überall hängen Wimpel an den Wänden und von den Fußballturnieren stehen die kleinen und großen Pokale in den Regalen.
"Hier treffen wir uns einmal in der Woche, um die Burschenkerwa zu planen", erzählt Torsten Bezold stolz. Er ist der Vorsitzende des Burschenvereins in Dormitz. Sein Stolz auf den Verein und auf die Kerwa ist berechtigt, denn die Burschenkerwa ist aus dem Selbstbewusstsein der Dormitzer Jugendlichen heraus entstanden.
Früher gab es nur die Zeltkerwa des Sportvereins in Dormitz. In den 1990-er Jahren wollten sich die Dorfburschen vom Sportverein an der Kerwa beteiligen, um selbst ein wenig Geld einzunehmen. Der Sportverein war dagegen, also überlegten die Dorfburschen was zu tun sei. "Das war die Generation vor mir", erinnert sich Torsten.

"1995 haben wir dann die erste eigene Kerwa organisiert." Anfangs war alles noch sehr klein und viele glaubten nicht daran, dass die Dormitzer Burschen ihr Projekt lange durchziehen würden. Doch gerade die Konkurrenz zur Sportler-Kerwa setzte damals sehr viel Energie frei und die neue Kirchweih entwickelte sich stetig.
"Im Jahr 2001 konnten wir dann fünf Jahre Burschenkerwa feiern. Die Jetzendorfer Hinterhofmusikanten - die ehemalige Hausband vom FC Bayern München - haben damals gespielt", sagt der 32-Jährige. Dieser Erfolg sei der Beweis dafür, dass sich die Burschenkerwa neben der Sportlerkerwa in Dormitz etabliert hat.
"Inzwischen ist es auch so, dass die neue Generation unseres Vereins gar nicht mehr weiß, wie die Burschenkerwa eigentlich entstanden ist. Viele sind zudem auch im Sportverein", so der Vorsitzende. Alte Meinungsverschiedenheiten zwischen den Vereinen sind also längst begraben und vergessen.
In diesem Jahr steht bereits die 17. Burschenkerwa an. "Als ich damals angefangen habe, hätte ich niemals gedacht, wie viel Arbeit hinter so einem Fest steckt", meint Torsten dazu. Er bedauert auch ein wenig, dass den Gästen oftmals nicht bewusst ist, wie viel Zeit und Aufwand hinter so einer Kirchweih stecken.
Zu den Vorbereitungen gehören nicht nur der Zeltaufbau und das Plakatieren im Dorf. Torsten hat allein fünf Abende in seiner Garage verbracht, um die Plakat aufsteller zu bauen. Dazu kommen die Organisation der Bands und des Kartenvorverkaufs und natürlich auch das Einkaufen von Essen und Getränken für das Fest.
"Wir stemmen das alles ohne Wirt, dementsprechend viel Arbeit ist das", erzählt Torsten. Obwohl er der Vorsitzende des Vereins ist, fühlt er sich nicht nur für die organisatorischen Aufgaben verantwortlich, sondern langt auch gern mit hin.

"Das ist für mich selbstverständlich! Ich plakatiere genauso und schleppe die Bierbänke - so, wie jeder andere auch. Ich kann schließlich nicht von anderen verlangen, was ich selbst nicht tue. Das ist nicht meine Art", sagt er dazu.

Gerade für ihn als Lkw-Fahrer bedeuten die Wochen vor der Burschenkerwa immer wenig Zeit und wenig Schlaf zu haben. Wenn es dann doch mal bei ihm knapp wird, helfen seine Vereinskameraden und seine Familie aus. "Es kommt schon mal vor, dass dann meine Mutter das Sauerkraut für das Fest besorgt", zwinkert Torsten.
Alle Infos zur Burschenkerwa gibt es unter www.burschen-dormitz.de