Die Musikpädagogin Sieglinde van de Klundert legt kleine bunte Kartons mit einem Stiel parat. "Bei der Suzuki-Methode beginnen wir mit Pappgeigen", erklärt sie. Gemeinsam mit ihren Kollegen Roland Kaplick und Anna Möllers hat Sieglinde van de Klundert in Forchheim die Suzuki-Streicher-Akademie eröffnet.

Alle drei sind lizensierte Suzuki-Lehrer mit einer speziellen Ausbildung. Der Japaner Shinichi Suzuki lehnt sich in seinem Instrumentalunterricht am Spracherwerb von Kleinkindern an. Es geht um Nachplappern und durch intuitives Imitieren. Gerade wenn kleine Kinder ab drei Jahren mit der Musik beginnen, geht es zuerst um die Grobmotorik. Beim Imitieren ist die Verlockung der Geräusche, die man einem Instrument entlocken kann, erstmal ausgeblendet Ein bis höchstens drei Monate dauert diese Phase, in der die Kinder die Körperhaltung einüben und sich auch erste Rhythmen aneignen.

Auf den Klang fokussiert

Und dann kommt sozusagen die große Überraschung: Der kleine Schüler hält zum ersten Mal eine richtige Geige, vielleicht nur eine Zweiunddreißigstel-Geige in der Hand, greift den Bogen und streicht über die Saiten: Es klingt. "Das gefürchtete Katzengemaunze bleibt aus. Und der Klang gibt zusätzliche Motivation", beschreibt van de Klundert dieses Erfolgserlebnis.

Suzuki hat eine Geigenschule in zehn Heften verfasst, sie endet mit Mozarts Violinkonzert und Bachs Doppelkonzert. Sich diese Stücke anzueignen, ist das eine Ziel. Angestrebt wird es durch einen Unterricht, der von Anfang an fokussiert ist auf Klang und musikalische Gestaltung.

Das andere Ziel ist ein Stück weit die Persönlichgrottabneitsentwicklung und Charakterbildung. "Die Kinder sollen lernen, durch kleine Erfolge motiviert zu einem großen Ziel voranzuschreiten", sagt die Musikpädagogin.
Dieser Prozess ohne Leistungsdruck lässt sich ihrer Meinung nach auf andere Lebensbereiche übertragen. "Mir ist wichtig, dass Kinder Freude haben und Fortschritte in ihrem Rahmen machen", betont Sieglinde van de Klundert.

Spaß am Lernen

Deshalb ist sie sicher, dass auch Kinder mit Beeinträchtigungen und Behinderungen ein Instrument auf diese Weise erlernen können. Als Beispiel nennt sie eine belgische Kollegin, die taube Kinder unterrichtet. Diese spürten die Schwingungen.

Unterrichtet wird einzelne und in Gruppen. Bei sehr kleinen Kindern nimmt meist ein Elternteil, die Großeltern oder auch größere Geschwister am Unterricht mit dem Lehrer teil. Zu Hause übt das kleine Kind im besten Fall durch intuitives Nachspielen, was ihm der Erfahrenere vorspielt.


Zeit Am Samstag, 27. September, zwischen 10 und 14 Uhr, können sich Interessierte über die Suzuki-Methode informieren.

Ort Krottental 10 in Forchheim, über dem Töpferei- Café