Das Wedenbachtal unterhalb der Binghöhle ist wieder bequem begehbar. Die Marktgemeinde hat den Weg entlang des Baches mit seinen Sinterterrassen und romantischen Wasserfällen erneuert. "Jedes Jahr", so Bürgermeister Helmut Taut (FWW) zu den Mitgliedern des Bauausschusses, "schwemmte der Bach, wenn die Quellen im Frühjahr besonders viel Wasser schütteten, die Befestigung weg."

Deshalb hat man den Fußweg mit großen Jurasteinen befestigt. "Das war sehr aufwendig, denn wir konnten kaum Maschinen einsetzen", erläuterte Taut. Auch die Brücke über den Bach, von der man einen besonders schönen Blick auf diese typische Jura-Bachlaufbildung hat, wurde neu errichtet.


Rad dreht sich nicht mehr


Der Blick fällt auf das kleine oberschlächtige Wasserrad. Es dreht sich nicht - mehr. Vor etwa 35 Jahren hat es Richard Kraus, der Vater des heutigen Zweiten Bürgermeisters Gerhard Kraus (BGS), in den Bachlauf gebaut. "Damals war dahinter noch ein tiefer Gumpen, fast ein kleiner Weiher, aus dem das Wasser über die Rinne zum Rad lief", erzählt Kraus junior seinen Ratskollegen. Bis vor 15 Jahren sei sein Vater auch häufig zum Wasserrad und habe es geschmiert. Doch die Sinterbildung war stärker. Der Gumpen ist aufgefüllt, der Zulauf zum Rad versteinert.


Kalkhaltiges Wasser


Das Wasser des Wedenbachs ist extrem kalkhaltig; das kann man unschwer an den vielen feinen Sinterterrassen aus abgelagertem gelöstem Gestein ablesen. Die Forellen lieben solches Wasser. Kraus versichert, sie kämen aus der Wiesent bis in den Oberlauf. "Und manchmal taucht hier sogar ein Fischreiher auf", weiß er zu berichten.
Eine Besonderheit des Wedenbachs ist im Laufe der Jahre untergegangen: die Wedenmühle.

Freilich steht das stattliche Anwesen noch, aber Zulauf und Mühlrad sind verschwunden. Das Bemerkenswerte ist die Lage nur wenige Meter unterhalb der Quellen. "Die Müller stauten das Wasser an und über einen Schieber wurde der Teich geöffnet und der Wasserschwall trieb das unterschlächtige Mühlrad an", kann Kraus seinen Kollegen aus seiner Jugend berichten. Diese Mühle ist inzwischen sogar zu literarischen Ehren gelangt. Die Historikerin Sabine Weigand lässt eine Nebenhandlung ihres Romans "Das Buch der Königin" über Constanze von Sizilien, der Mutter Kaiser Freidrichs II., dort in Streitberg spielen.


Quelle sprudelt das ganze Jahr


Kraus weist an den östlichen Wegrand. Aus einigen Felsbrocken sprudelt armdick das Wasser. Auch diese Quelle läuft das ganze Jahr. Gleich daneben ist ein verschlossenes Steinhäuschen. "Das ist die Quelle, mit der Ignaz Bing seine Ferienhaus, die Villa Maria, weiter unten am Hang mit Wasser versorgte", erläutert Kraus. "Dank des Nürnberger Industriellen, der auch die nach ihm benannte Höhle erforschte, war Streitberg der erste Ort weit und breit, der fließend Wasser und elektrischen Strom hatte", ergänzt er zur Ortsgeschichte.

Der Weg am Wedenbach ist auch für leicht gehbehinderte Menschen zu nutzen. Und zwar über den Zugang gegenüber dem Anwesen Schauertal 10 auf dem Weg zum Binghöhlenparkplatz an der Straße nach Störnhof. Hier sind nur leichte Steigungen bzw. Gefälle zu überwinden, während vom Parkplatz direkt aus der Weg bald in einen Treppe mündet. Ob der Blick von oben nach unten oder umgekehrt schöner ist, darüber kann man sich trefflich streiten.