Mit satten 14 Kilogramm weniger geht Julia Dorn seit Kurzem durchs Leben. "Ich fühle mich fitter, glücklicher und selbstbewusster", strahlt die 28-Jährige. Der Weg zum neuen Lebensgefühl war jedoch alles andere als einfach.

Nach der Geburt ihres Sohnes Jonas wollte Julia Dorn erst einmal ihr Gewicht, das sie vor der Schwangerschaft hatte, zurück. Der erste Schritt dorthin war eine Ernährungsumstellung: "Mein Mann und ich haben nur noch einen Großeinkauf pro Woche gemacht, unsere Mahlzeiten vorgeplant und frisch gekocht. So kamen wir gar nicht in die Versuchung, zu fettigen Fertiggerichten zu greifen."

Der Körper braucht Bewegung

Stattdessen landeten viel frisches Gemüse und Obst auf Julias Teller; die junge Mutter konnte auch deshalb erste Erfolge verzeichnen. Doch auch Sport sollte zum festen Bestandteil ihres neuen Lebens werden, weshalb sie sich zur Teilnahme an der FT-Aktion "Runter vom Sofa" entschloss.

Seit März trainiert Julia Dorn nun einmal pro Woche gemeinsam mit ihrer Trainerin Kerstin Staubach. "Kerstin ist einfach die Beste! Ich bin immer wieder überrascht, welche Übungen man ganz ohne Hilfsmittel mit dem eigenen Körpergewicht machen kann. Da würde ich von alleine gar nicht drauf kommen", sagt Dorn.
Die Übungen, die sie jede Woche neu lernt, setzt sie anschließend im Training zu Hause um. Zusätzlich joggt sie zwei Mal pro Woche etwa eine Stunde lang. "Diese Zeit ist ganz für mich. Ich höre schnelle Musik, kann abschalten und mich mal ganz auf mich konzentrieren", freut sich Julia Dorn.

Dennoch sei es nicht immer einfach, Kind, Beruf und Sport unter einen Hut zu bekommen. "Manchmal hat der Tag einfach zu wenige Stunden. Dann fehlt abends die Energie, noch laufen zu gehen. Doch spätestens am nächsten Morgen verlangt mein Körper nach Bewegung", berichtet die junge Mutter. Dieses Bedürfnis hat sich dank des regelmäßigen Training und Julias Disziplin eingestellt - der Sport ist zum festen Bestandteil in ihrem Alltag geworden. Das Abnehmen steht nun gar nicht mehr so im Fokus, Julia will lieber noch fitter werden.

Fest und elastisch

Ihre Joggingzeiten und die gelaufenen Kilometer dokumentiert sie mithilfe einer App: "Das ist wirklich spannend und motiviert mich, noch besser zu werden."

Im Fokus des heutigen Trainings stehen die sogenannten Faszien: Bindegewebe, das Muskeln, Organe, Bänder, Sehnen und Gelenkkapseln umfasst. "Ein gesundes Bindegewebe ist fest und elastisch zugleich. Es hält den Körper stützend aufrecht und erlaubt gleichzeitig federnde Bewegungen", erklärt Trainerin Kerstin Staubach. Dieser Bestandteil des Körpers ist erst in den vergangenen Jahren in das Blickfeld von Medizinern und Sportwissenschaftlern gerückt. Man hat dabei festgestellt: Faszien sind trainierbar. Und genau das haben Kerstin und Julia heute vor.

Nach einer kurzen Aufwärmphase mit lockerem Traben stellen sich die Beiden auf die Zehenspitzen und federn immer wieder auf und ab, ohne dabei die Fersen ganz abzusetzen.

Gummiband im Rücken

"Wir machen das nur, solange es gut tut. Der Körper soll sich nicht überanstrengen - er muss sich erst an die neuen Bewegungen gewöhnen", sagt Staubach.

Nun dehnen sich die beiden zur Seite, um dabei eine Art Gummiband im Rücken zu spüren, das die Bewegungen abfedert. Nun strecken sie die Arme mit einer leichten Drehbewegung des Oberkörpers nach hinten und beugen sich zum Abschluss der ersten Faszienübung nach vorne. "Das zieht ja bis in die Rückseite vom Oberschenkel", stellt Julia überrascht fest.
"Das kommt daher, dass wir eine ganze Faszienkette aktiviert haben", erklärt die Trainerin. "Bewegungen gut trainierter Sportler sehen oft so leicht aus, weil dabei weniger Muskeln und mehr Faszien beteiligt sind. Nicht trainierte Faszien verfilzen und führen zu Steifigkeit."

Nach einer Joggingeinheit stoppen die Beiden an einer Bank im Wald. Zunächst steht ein Ausfallschritt an, aus dem sich Julia nach vorn abdrücken muss. "Das ist ganz schön wackelig", sagt sie und versucht, das Gleichgewicht nicht zu verlieren. "Das ist gut, denn durch das Wackeln muss sich dein Körper stabilisieren und aktiviert dabei die Tiefenmuskulatur", erklärt die Trainerin. Julia muss sich konzentrieren, um nicht ins Hohlkreuz zu fallen und die Bewegung flüssig auszuführen. Und was bringt das? "Ein starkes Bindegewebe erhöht die Belastbarkeit von Sehnen und Bändern, schützt die Muskulatur vor Verletzung, lässt Muskeln effizienter arbeiten, verbessert die Koordination und verkürzt die Regenerationszeit", sagt Staubach.

Doch nicht nur beim Training mit Kerstin, sondern auch bei ihren regelmäßigen Joggingrunden kann Julia etwas für ihr Bindegewebe tun: "Statt eine Stunde durchgehend zu joggen, kannst du Pausen für die ausreichende Versorgung des Gewebes machen. Ändere ruhig auch immer wieder die Richtung und die Geschwindigkeit oder hebe die Füße nach oben an", erklärt die Trainerin.