Die Empörung im Langensendelbacher Gemeinderat ist groß: Die Regierung von Oberfranken hat es abgelehnt, einen Teil der Mehrkosten zu übernehmen, die bei der Generalsanierung des Kindergartens St. Peter und Paul sowie beim Umbau des ehemaligen Schwesternwohnheims in eine Kinderkrippe entstanden sind. Insgesamt belaufen sich die Mehrkosten auf 122 946 Euro. Damit kostet die Baumaßnahme jetzt 992 437 Euro.  

Bürgermeister Oswald Siebenhaar (UWB) reagierte mit Unverständnis auf die Mitteilung aus Bayreuth. Er verstehe nicht, warum die Regierung die Mehrkosten nicht mit in die Förderung aufnehme. "Für uns ist dies keine Kleinigkeit. Wenn es bei der Ablehnung bleibt, verkraftet das unser Haushalt nicht so ohne Weiteres", sagte Siebenhaar.

Bleibe es bei der Entscheidung, der Regierung in Bayreuth, müsste die Gemeinde die gesamten Mehrkosten selbst übernehmen. Andernfalls nur die Hälfte. Gekommen war es zu dem kostspieligen Irrtum, als der zuständige Architekt im vergangenen Jahr vor Beginn der Maßnahme davon überzeugt war, dass die bestehenden Stromleitungen in dem Gebäude nicht erneuert werden müssen.

Auch den Kompletteinbau neuer Fenster hatte der Architekt nicht für nötig gehalten. In seinen Augen genügte es, lediglich die Scheiben auszutauschen und die Rahmen zu belassen.

Im Gemeinderat hat der Planer, der aus Forchheim kommt, seine Fehleinschätzungen auch eingeräumt. Inzwischen ist er davon überzeugt, dass die alten Leitungen erneuert werden müssen. Die Regierung sieht nach der Kehrtwende des Architekten allerdings keinerlei Veranlassung, die Mehrkosten bei der Förderung zu berücksichtigen.

"Auf die Nase gefallen"

Zwar seien die Änderungen aus fachlicher Sicht nachvollziehbar. Dies ändere aber nichts daran, dass die Maßnahmen in der ursprünglichen Planung nicht berücksichtigt worden sind. Diese sei damit letztlich unvollständig gewesen.

Für den Zweiten Bürgermeister Matthias Kern (FWBG) hätten die Fachleute damals die Notwendigkeit des Komplettaustauschs erkennen müssen. Allein das Schwesternhaus sei doch bereits betagt. Auch sein Fraktionskollege Hans Knetzger (FWBG) erinnert sich daran, dass damals selbst fachliche Laien den Kopf über die Planung geschüttelt hatten. "Sie aber als Fachmann hätten das sofort ablehnen müssen", wandte sich Knetzger an den Architekten. Hans Daut (CSU) stieß ins gleiche Horn: "Für mich hat der Architekt damals grob fahrlässig gehandelt."

Gemeinderat Norbert Händel (UWB) verschärfte sogar noch die Kritik am zuständigen Architekten: "Unter seiner Bauleitung sind wir schon ein paar Mal auf die Nase gefallen."
Langensendelbachs Bürgermeister Siebenhaar kündigte am Ende der Debatte an, so schnell wie möglich ein weiteres Mal mit der Regierung in Bayreuth zu sprechen: "Sonst fallen wir hier in Langensendelbach noch alle in die haushaltstechnische Depression."