"Eigentlich ist sie ja schön anzusehen, aber 2008 wurde die Herkulesstaude oder wie sie auch genannt wird ,Riesenbärenklau', zur Giftpflanze des Jahres gewählt", erzählt Erich Daum, Revierförster für den Bereich der Unteren Mark. Die imposante, bis zu 3,5 Meter hoch werdende und mit prunkvollen weißen Blüten geschmückte Pflanze ist in diesem Jahr besonders häufig anzutreffen.

"Der ursprünglich aus dem Kaukausus stammende Riesenbärenklau, der eben wegen seiner Größe auch Herkulesstaude genannt wird, breitet sich zunehmend in ganz Europa aus", so Daum. War er bisher meist in Fluss- und Bachtälern zu finden, siedelt sich die Pflanze nun auch an trockneren Standorten an, wie etwa an mit Bauschutt belassenen Wegrändern.

Daum warnt: "Berührungen der Pflanze mit bloßer Haut sollten unter allen Umständen vermieden werden". Die gesundheitlichen Schäden reichen von schmerzhaften Quaddeln auf der Haut, schwer heilenden Verbrennungen ähnlich denen eines Sonnenbrandes, im schlimmsten Fall bis zu einer mit einhergehenden DNA-Schädigung", so Daum. "Wenn der Riesenbärenklau auf öffentlichem Gelände entdeckt wird, wo auch Kinder spielen, sollte man umgehend die Gemeinde benachrichtigen", betont der Forstexperte. "Keinesfalls sollte man versuchen, die Pflanzen selbst zu entfernen. Dafür ist Vollschutzkleidung erforderlich", warnt Daum. Zur Bekämpfung solcher Einzelpflanzen und kleinen Beständen im Vorfrühling und Frühling genügt ein einfaches Abschneiden nicht.

Die Knospen ruhen im oberen Teil der Wurzel und würden trotz des Abschneidens austreiben; hier hilft nur das Ausgraben, beziehungsweise Abstechen der Wurzel rund 15 Zentimeter unter der Oberfläche.

Das machen die Forstarbeiter Wolfgang Hofmann und Peter Weiss an diesem Tag auch. Stück für Stück graben sie die unerwünschte Population aus und entfernen sie aus dem Staatswald; eine mühsame Arbeit.

Förster Daum hat aber mehr Feindbilder. Nicht nur der Herkulesstaude rückt er mit seinem Team zu Leibe, sondern auch dem Indischen Springkraut. Wie andere gebietsfremde, invasive Arten bereitet das Indische Springkraut, dass vor allem in Auen- und Uferlandschaft mit hohem Nährstoffgehalt wächst, im Naturschutz Probleme, indem die Vielfalt der heimischen Flora verdrängt wird. Auch rund um den Wanderparkplatz, kurz vor Wimmelbach, hat sich diese Pflanzenart angesiedelt.

"Was hier so schön und unschuldig am Wegesrand blüht, ist eine Bedrohung für andere Pflanzenarten in ihrem Lebensraum", so Daum. Das Besondere an dieser Pflanze ist ihr "Schleudermechanismus". "Mehrere Meter kann die Pflanze ihre Samen schleudern", so Daum über die Pflanze, deren ursprüngliche Herkunft auf Ostinden zurückzuführen ist. Eine Pflanze produziert zwischen 1600 bis 4300 Samen; deren Keimfähigkeit bleibt mehrere Jahre erhalten. "Das Indische Springkraut droht die einheimische Vegetation von ihren natürlichen Standorten zu verdrängen", so Daum.