Der "H + E Ticketservice" am Paradeplatz in Forchheim ist geschlossen und viele Kunden warten vergeblich auf ihre Tickets.

Am Mittwochnachmittag war am Insolvenzgericht in Bamberg der Beschluss getroffen worden, Rechtsanwalt Harald Schwartz zum offiziellen vorläufigen Insovlenz-Verwalter zu ernennen. Er wird in den nächsten fünf Wochen die Sachlage klären. Die Entscheidung steht seit Donnerstag auch im Netz auf www.insolvenzbekanntmachungen.de und kann von jedermann eingesehen werden. Dort findet sich auch die Telefonnummer des Insolvenz-Verwalters, an den sich Geschädigte wenden können. "Es ist ungewöhnlich viel Andrang", erklärt Schwartz. In den meisten Fällen handele es sich um Konzert- und Musicaltickets, nur in Ausnahmefällen seien mehrtägige Reisen betroffen.

Im Vergleich zu anderen Insolvenz-Verfahren, die er betreue, sei der Schaden der einzelnen Gläubiger in diesem Fall eher gering, sagt Schwartz. Es sei aber eine große emotionale Aufgewühltheit bei den Geschädigten zu erkennen.

Indes trudeln bei der Polizei nach und nach Anzeigen ein. Alexander Debes von der Forchheimer Polizei berichtet von aktuell 50 Geschädigten. Der Gesamtrahmen des Schadens belaufe sich momentan auf 40 000 Euro. Man gehe allerdings davon aus, dass sich noch weitere Geschädigte melden werden, so Debes. "Es wird aktuell alles als Betrug aufgenommen", erklärt er, "es ist aber schwierig genaueres zu sagen, da die Ermittlungen noch laufen."

Wie es für die Geschädigten weitergeht, kann Insolvenz-Verwalter Schwartz erklären. In fünf Wochen gibt es einen Eröffnungsbeschluss. Der wird ebenfalls öffentlich gemacht, sodass sich alle online über das weitere Verfahren informieren können. "In diesem Beschluss wird dann auch das Datum der Gläubigerversammlung bekannt gemacht", sagt Rechtsanwalt Schwartz. Dieser Termin liegt normalerweise weitere fünf Wochen in der Zukunft.