Ein Traum ist Wirklichkeit geworden. "Boulderia" steht neben einer dampfenden Kaffeetasse auf dem großen Schild am Eingang des ehemaligen Netto-Markts in Neunkirchen. Es handelt sich um eine Boulderhalle vor der Haustür.
"Ich bin beim Darth Vader rauf", ruft ein Junge drin in der Halle stolz seiner Mutter zu. Die nickt anerkennend mit dem Kopf, während sie ihrer kleinen Tochter hilft, die Hände um den Dinosaurier oder den Affen zu legen, um so die Kinderwand nach oben zu kommen. Die harten Figurenknaufe haben verschiedene Farben so wie auch die Griffe an der Kletterwand für Erwachsene.

"Bouldern ist Klettern ohne Seil", sagt David, der mit seiner Freundin Anna nach Neunkirchen gekommen ist. "Es ist schön hell hier", loben sie die Aufmachung der Boulderhalle, die eine Grundfläche von 1300 Quadratmetern misst. In ihrer Freizeit bouldern sie und sind sicher, zum Üben öfter hierher zu kommen, um sich an einer der vielen Kletterwände hochzuarbeiten. Vier Meter sind die Wände
"Von den grünen Routen schaffe ich am meisten", sagt Heidi aus Uttenreuth, die mit ihrem Mann Albert in der Halle die unterschiedlichen Routen an den verschiedenen Wänden ausprobiert. Grün bedeutet mittelschwer. Zuerst hat sie von dem Gerücht einer Boulderhalle in Neunkirchen gehört. "Ich habe mich total gefreut", jubelt Heidi.


Regelmäßiges Training

Denn sie klettert seit einigen Jahren und findet die Möglichkeit, in den Wintermonaten eine Übungsmöglichkeit ganz in der Nähe zu haben, einfach klasse. "Man muss andauernd trainieren", stimmt Albert seiner Frau zu.
Wie gut das Bouldern tut, hat Heidi erst vor zwei Wochen in der freien Natur wieder bemerkt, als sie versuchte, an der Felswand vorwärts zu kommen. "Schade, dass die Griffe im Freien nicht bunt sind", erzählt sie lachend von dem ersten Eindruck in freier Natur.

Die bunten Griffe sind schon eine Hilfe. Einfach, um die verschiedenen Schwierigkeitsstufen einordnen und die eigenen Fähigkeiten einstufen zu können. Dass mit jeder Farbstufe aber auch die Schwierigkeit steigt, hat auch Heidis Schwiegersohn schon festgestellt.

"Ich bin bei gelb, gelb-lila", beschreiben Anne und Naemi ihre Boulderfähigkeiten. Ihre Freundin Tabea aus Ziegelstein, Nürnberg, hingegen klettert mit ihrem Vater auch im Urlaub und schafft sogar schon die grünen Routen. Gelb heißt, jeder kann es schaffen, da diese Knaufe meist Griffe zum Festhalten haben. Trotzdem würde ein erfahrener Boulderer anders klettern als ein Anfänger ohne Anleitung.


Gefährdete Finger

"Wir bieten auch Kurse an, um zu lernen, wie man sich am besten bewegt, wie man die Griffe hält, ohne die Finger kaputt zu machen", erklärt Mariusz Hoffmann. Er ist einer der drei Teilhaber der Neunkirchner "Boulderia".
Er ist selbst begeisterter Kletterer und hat bereits Expeditionen mit Kletterberühmtheiten wie Stefan Kowatsch, Kurt Albert oder Holger Heuber unternommen.

Das Bouldern gerne ausprobieren möchten drei Brüder aus Pettensiedel. "Ich bin schon im Tucherland geklettert und fand es lustig und schwierig", sagt Johannes.
Sein Bruder Andreas ist zwar noch keine Wand hinauf gebouldert, aber seiner Meinung nach sieht es aus, als würde es Spaß machen.