"Öko", "regio" und "fair" - das sind für Fritz Kroder, den Vorsitzenden des Trägervereins der Landvolkshochschule Feuerstein (LVHS), drei Begriffe, mit denen sich die Philosophie des Art der LVHS umreißen lässt. "Fair" heißt im Übrigen auf Englisch auch "Messe" oder "Ausstellung".
So gesehen kann man den zweiten "LandTag", mit diesen drei Begriffen belegen und trifft den Kern des Anliegens exakt. "Mit dem Thema Nachhaltigkeit wollen wir", so Kroder, "eine Plattform für Organisationen und Institutionen bilden, die bei ihrer Tätigkeit eben der Nachhaltigkeit verpflichtet sind."


Aus dem eigenen Wald

Zum einen bot ihnen das ganze Gelände der Burg ausreichend Platz, die Besucher anschaulich zu informieren. Auf der anderen Seite entstehen Netzwerke am einfachsten durch direkten Kontakt.
Daniel Schenk vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) und Michael Taubmann vom Münzinghof bei Velden kannten sich bislang nicht. Dennoch verbindet beide ein Grundgedanke: die Umstellung auf heimisches Holz. Über den naheliegenden Einsatz als Brennholz hinaus denkt der Förster an Bau-, Möbel- und Drechselholz. Taubmann stellte das Wohndorf für behinderte und Nicht-behinderte Menschen vor und berichtete von der eigenen Waldwirtschaft: "Unsere Schreinerei bezieht ihr Holz aus unserem eigenen Wald."

Für Kroder, der der Herr über ein energieautarkes Haus ist, war die Wiederholung des "LandTags" nach sieben Jahren geboten. Nachhaltiges Denken muss seiner Meinung nach "mehr in Leben und Arbeiten einfließen". Für die Bauern erscheint es ihm dabei wichtig, dass sie den Endverbraucher suchen. Gerade die hiesige kleinteilige Landwirtschaft werde so unabhängiger vom Zwischenhandel. Diese Gedanken teilen mit ihm seit Langem Margarete Alt aus Seidmar und Maria Schwegel aus Wüstenstein.

Die Viehzüchterin und die Fischwirtin sind neben ihren Hausläden auf den regionalen Bauernmärkten vertreten. "Der Verbraucher will wissen, wo die Produkte herkommt und wie sie produziert werden", ist Kroder überzeugt. Es waren sicher nicht nur Waldbauern und Forstbesitzer, die sich um die Vorführung der Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft scharten.

Erwin Keller und Martin Thoma zeigten, wie der Waldarbeiter die Gefahren beim Aufarbeiten von Fallholz gering halten kann oder auch, wie Baumstämme zerlegt werden, die unter Spannung stehen. Thoma drehte dafür an der simulierenden Druckschraube. Lautes Krachen. Er hatte etwas zu fest zugedreht. Und das ausgerechnet dann, als Erzbischof Ludwig Schick, Landrat Hermann Ulm, Landtagsabgeordneter Michael Hofmann (beide CSU) und LVHS-Leiter Heiner Neuner bei ihrem Rundgang vorbeikamen.
Zwischen der Forstverwaltung und einem privaten Anbieter von Speise-Rapsöl hatte das staatliche Technologie- und Förderzentrum (TFZ) seinen Stand aufgebaut. Johannes Kastl stellte unter dem Slogan "LandSchafftEnergie" eine Vielzahl von Rohstoffpflanzen vor: Sonnenblumen, Quinoa, Buchweizen, Sorghumhirse oder Silphien.
"Der Biogasanlage ist es egal, ob sie mit Mais oder anderen Pflanzen beschickt wird. Hier ist die Menge der erzeugten Energie entscheidend", glaubt Kastl in diesem Zusammenhang.