Einen geschichtsträchigen Ort hatte sich Toni Eckert, Kulturreferent des Landkreises Forchheim, für die Vertreter zum Leader-Kooperationsprojekt "Kulturland schaftskompetenz" ausgesucht. Sie trafen sich an der frühkeltisches Ringmauer auf der Ehrenbürg, wo Landwirtschaftsdirektor Dieter Ofenhitzer als zuständiger Referatsleiter einen Förderbescheid an Chris Loos und Veronika Stegmann vom Institut für Landschaftsarchitektur der Hochschule Weihenstefan-Triesdorf als Projektträger übergab.

Kulturlandschaften zu erforschen, die interessierte Bevölkerung zu schulen und einzubinden, sind dabei Ziele. Toni Eckert begrüßte als federführende Stelle die Gäste aus allen Bereichen Oberfrankens. Sechs Aktionsgruppen (LAGs) beteiligen sich an dem neuen Projekt, unter ihnen Kulturerlebnis Fränkische Schweiz, die Landkreise Kronach und Hof, die Wohlfühlregion Fichtelgebirge, Sechsämterland-Innovativ und aus Mittelfranken Südlicher Steigerwald. Einführend schlug Eckert spannend und unterhaltsam einen großen Bogen über die reiche Kulturgeschichte der Ehrenbürg und des Walberlas von der Besiedlung vor 4000 Jahren bis heute.

Die Forschungen auf dem Berg, im Naturschutzgebiet, und ihre Ergebnisse zeigen ihre Berechtigung, unterstrich Eckert. Die Infotafeln werden gut besucht. Es sei eine Fundgrube ohne Ende. Wässergräben im unteren Wiesenttal zu frühkarolingischer Zeit sind ein weiteres Projekt, was Eckert in das künftige Fördergramm einbringen möchte.

Die Wissenschaftlerinnen Chris Loos und Veronika Stegmann erläuterten abwechselnd die Ziele des neuen Projekts. Die Gesamtkosten von 241 000 Euro teilen sich Leader mit 127 000 Euro, die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf als Initiator 25 000 Euro, LAGn 12 000 Euro, Forsten 30 000 Euro und Oberfrankenstifung mit 47 000 Euro. Kulturlandschaftspfleger sollen gefunden werden an Anlehnung an Heimatpfleger, die das vorhandene Wissen aufgreifen und daraus Projekte machen.

Eckert hofft auf zwei bis drei im Landkreis Forchheim. In den sechs beteiligten LAGs sollen in den kommenden zwei Jahren 16 Kulturlandschaftspfleger ausgebildet werden, die als Koordinatoren und Multiplikatoren wirken, selbst Projekte initiieren. Das könnte beispielsweise die Markierung eines historischen Weges sein, Schulklassen könnte man einbinden, oder das Kenntnismachen historischer Plätze. Die weitere Vorgehensweise ist eine Analyse, die aufzeigen soll: Was leisten die Heimatpfleger, welche Voraussetzungen gibt es in der Kulturlandschaftsentwicklung?

Ab September 2014 ist der Beginn der Schulung angestrebt in drei Modulen über eine Strecke von neun Monaten. Die Kulturlandschaftspfleger sollen dann strukturell wie ein Heimatpfleger angebunden, präsent sein und nachhaltig wirken. "Nur was ich kenne, kann ich auch schützen und weiterentwickeln", betonte Ofenhitzer im Einklang mit Leader-Manager Michael Hofmann von der zuständigen Zuwendungsbehörde. Deshalb soll die Ausbildung erfolgen. Sie sollen weitere Bürger motivieren, in ihrer Heimat an Projekten zur Erfassung, Schutz und Aufbereitung von Kulturlandschaftselementen teilzunehmen. Ein Lehrprogramm soll entstehen, das nach dem Förderprojekt wiederholt und bayernweit multipliziert werden kann. Ofenhitzer: "Die Kulturland schaftspfleger sollen ein Netzwerk bilden mit einem breit aufgestellten Wissenspool in unserer Heimat".