Sich einen Vierbeiner zu halten, soll in Igensdorf künftig teurer werden. Die Idee, die Hundesteuer anzupassen, war schon in einer vorherigen Sitzung laut geworden. Vergleiche mit Nachbargemeinden sollten erst eingeholt werden. Eine Tabelle zeigte geschäftsführender Beamter Michael Pfundt an der Wand.

Demnach sind die Gemeinden Weißenohe und Gräfenberg teurer, aber andere Gemeinden wie Dormitz günstiger. Der Igensdorfer Betrag für den ersten, den zweiten und für einen Dritthund liegt in der Mitte.

15 760 Euro betragen die Einnahmen des Marktes an Hundesteuer. 361 Hunde laufen in Igensdorf herum. Ob dies wirklich alle seien? Früher hat der Gemeindemitarbeiter, der die Wasseruhr ablas, notiert, wer einen Hund zu Hause hat. Da diese Daten nun über den Computer übermittelt werden, geht Bürgermeister Wolfgang Rast vom Guten im Menschen aus und somit, dass diese ihre Hunde anmelden. Die Frage, ob Aufwendungen aufgrund der Hunde entstehen, bejahte der Gemeindechef, wies aber darauf hin, dass eine Steuer nicht für Aufwendungen erhoben wird. Aber die Mitarbeiter des Bürgerbüros müssten beispielsweise Beschwerden über zu laut bellende Hunde entgegennehmen, Beutelausgeber wurden aufgestellt oder Hundeknochen, in denen Kottütchen verstaut sind, an alle Hundehalter verteilt. Ein kleiner Gegenpol seien diese Leistungen gewesen. Die Bürgerversammlungen endeten zudem immer mit dem unschönen Thema über Hundehaufen, die in Wiesen lägen. Wenn die Steuer um zehn Euro erhöht würde, könnte die Gemeinde künftig 18 760 Euro im Jahr durch die Hundesteuer einnehmen.

Barbara Poneleit (B90 / Die Grünen) stimmte der Erhöhung zu, schon unter dem Gesichtspunkt, wie viel Geld die Leute für ihre Hunde ausgeben würden, etwa auch für Spezialfutter. Zehn Euro Erhöhung für den ersten Hund findet Günter Lang zu viel, vor allem, wenn es sich bei dem Hundehalter um einen Sozialfall handeln könne. Eine Oma mit wenig Rente beispielsweise. Deshalb befürworte er eine überproportionale Erhöhung der Steuer ab dem zweiten Hund. Zuspruch erhielt er von Stefan Gebhardt (Junge Bürger).


Drei Gegenstimmen

Die CSU und Bürgerunion waren aus Vernunftgründen gegen eine Erhöhung der Steuer. "Wir beseitigen damit die Probleme in keinster Weise. Zehn Euro sind ohnehin zu viel. Das geht ins Negative, macht uns nicht ärmer, aber auch nicht reicher", betonte Peter Friedrich Bürgerunion Igensdorf. Auch Edeltraud Rösner (CSU) fürchtete, ein nach der Erhöhung folgender Appell an Hundehalter wegen der Landwirte könne dann auf Unverständnis bei den Hundebesitzern treffen.

Mit den drei Gegenstimmen von CSU und Bürgerunion wurde eine Erhöhung der Hundesteuer beschlossen. Ab 2017 wird die Steuer für den ersten Hund um fünf Euro, für den zweiten um 15 Euro und für den dritten um 30 Euro angehoben.


Wirtschaftsband wird neu geknüpft

Um ausreichend handlungsfähig zu sein, wird aus der kommunalen Arbeitsgemeinschaft Wirtschaftsband A 9 ein Verein. Diesem wird auch Igensdorf beitreten.

Eine kommunale Arbeitsgemeinschaft auf Grundlage des öffentlichen Rechts war das Wirtschaftsband A 9 bislang. Die Stadt Pegnitz war berechtigt, Zuschüsse zu beantragen und zu handeln. Ein Umsetzmanager wurde eingesetzt.

Doch die Arbeitsgemeinschaft hat Grenzen. Wie könne das Wirtschaftsband zu einer Rechtspersönlichkeit werden, die handeln könne? Indem es zum Zweckverband oder zu einem Verein würde, erläuterte Bürgermeister Wolfgang Rast. Da auch ein Zweckverband Grenzen habe und beispielsweise nur Kommunen Mitglied sein könnten und es ebenfalls schwierig wäre, neben den beide jetzigen Landkreisen Bayreuth und Forchheim einen weiteren aufzunehmen, entschied man sich für eine Vereinsgründung.

Auch die Juniorenakademie in Pegnitz für Schulabgänger, die verschiedene Berufsluft schnuppern möchten, würde so nicht weiter geführt werden können. Auch hier wäre ein Verein die Lösung zur Fortführung des erfolgreichen Projekts.

Die Umlage würde sich wie bisher auch nach der Anzahl der Einwohner richten. Zwei Euro betrage der Grundbetrag und dann würde je nach Anzahl der Projekte, an denen die Kommune teilnimmt, berechnet werden. Igensdorf zahle derzeit vier Euro pro Einwohner. "Es kommt aber etwas zurück", betonte Rast. Man komme schneller in eine Förderung. Auch das neueste Projekt, das Kernwegenetz, käme Igensdorf zugute. Seit 2007 hätten sich die bisher beteiligten 18 Gemeinden zusammengerauft. Nun soll am 10. Oktober die Gründungsversammlung stattfinden. Sprecher der kommunalen Arbeitsgemeinschaft war bislang der Bürgermeister von Pegnitz, Stefan Frühbeißer für den Landkreis Bayreuth und Wolfgang Rast für den Landkreis Forchheim die beiden Stellvertreter. Das solle beibehalten werden.


Versorgung mit Nahwärme

Zusammen mit dem Klimaschutzmanager des Landratsamts, Dominik Bigge, erstellte der Verein Energieregion Südliche Fränkische Schweiz ein Energiekonzept. Mit 1800 Euro ist auch die gewünschte Bürgerbeteiligung berücksichtigt. Jedes Haus werde inspiziert, um beispielsweise den Zustand der Heizung festzustellen. Wenn mehrere Häuser in einem Straßenzug auswechseln, könnte das der gesamte Straßenzug tun und beispielsweise durch Nahwärme versorgt werden, informierte Bürgermeister Rast.

Die Versorgung durch Nahwärme "Am Lindelbach" bereitet große Probleme. Als unrentabel befand es die Bayernwerk AG, die dies nicht weiter führen wollte. Nun traf man sich, um Vorschläge zu erarbeiten. Das Problem sei eine zu hohe Vorlauftemperatur, die bewirke, dass sich die Wärmepumpe nur sehr selten einschalte. Insgesamt sei sie nur 88 Stunden in Betrieb gewesen. Ein Wärmeverlust von 53 Prozent ist das Ergebnis. Nun wolle das Bayernwerk wenigstens auf eine schwarze Null kommen. Der Vorschlag: Bayernwerk übernimmt die Heizung in der Lindelberghalle. Die Gemeinde wird neben den Anwohnern "Am Lindelbach" Mitkunde. Die Laufzeit beträgt zehn Jahre. Das Problem sei die Preisklausel. Die momentane Preissenkung kann nicht weitergegeben werden. Es bleibe bei den alten Wärmepreisen.


Zwei Hotspots werden eingerichtet

Schon mehrfach haben sich die Gemeinderäte in Igensdorf zum Thema Bayern-WLAN Gedanken gemacht. Nun wurde die Teilnahme beschlossen und der Förderantrag wird gestellt. Ein Hotspot wird an der Lindelberghalle, ein anderer am Vereinshaus in Mittelrüsselbach eingerichtet werden und zwar jeweils mit dem Indoor- und Outdoor-Accesspoint. 1200 Euro pro Jahr muss die Gemeinde Betriebskosten dafür zahlen, nochmal soviel an Providerkosten.


Zwei Feuerwehren erhalten Spritzen

Die Feuerwehren Stöckach und Pommer erhalten je eine Tragkraftspritze. Mit je 4700 wird das pauschal gefördert. Nach Abzug der Förderung muss die Gemeinde noch 9137,32 Euro pro Pumpe leisten.