ForchheimViele Bürger aus Hausen sind auf den Bus angewiesen, um zum Forchheimer Hauptbahnhof und von dort zur ihrem Arbeitsplatz in der Metropolregion zu fahren. Auf dem Weg wird der Busfahrer aber von beinahe wöchentlich wechselnden Baustellen ausgebremst. Eine Bürgerin aus Hausen hat sich bei Klaus Hummel (Beauftragter für den Öffentlichen Nahverkehr im Landkreis, ÖPNV) beschwert, dass vier Baustellen auf der Bus-Route zwischen Hausen und Forchheim lägen. Zeitverlust an jeder Baustelle: zwei Minuten. Folge: Acht Minuten Verspätung - und der Zug nach Nürnberg sei nicht mehr erreichbar.


Rettende Gespräche gefordert

Holger Strehl, Pressesprecher am Landratsamt, bestätigt die wachsende Zahl der Beschwerden über Verspätungen im Öffentlichen Personennahverkehr. Nicht nur der ICE-Ausbau der Bahn, auch die Baustellen in der Stadt brächten den Busfahrplan permanent durcheinander. Oft sei eine Umleitungsstrecke gerade geplant, da werde just auf dieser Strecke eine Tages-Baustelle eröffnet. "Wird an einer Ecke was gestopft, ändert sich etwas an einer anderen Ecke", sagt Holger Strehl. Und Klaus Hummel gesteht ein: "Die permanenten Änderungen können in den Fahrplänen nicht mehr abgebildet werden."

Stadträtin Annette Prechtel (Forchheimer Grüne Liste) wird ebenfalls regelmäßig mit Bürgeranfragen konfrontiert. "Für die Pendler aus dem Osten ist es kaum noch möglich, ihre Anschlusszüge zu erreichen", monierte Prechtel am Donnerstag im Stadtrat. Der Fußweg zu den Gleisen fehle - und die Busse steckten vor Ampeln und in Staus fest. Um die Folgen des "Bahnausbaus und Umbaus" in den Griff zu kriegen, müssten dringend Gespräche mit dem Landratsamt, der Bahn und den Straßenbau-Behörden geführt werden, forderte die FGL-Rätin: Der "Hindernislauf" für die Bürger müsse ein Ende nehmen.

Die "dringende Bitte", die nicht nur von Annette Prechtel, sondern auch von Manfred Hümmer (Freie Wähler) an den Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD) gerichtet wurde, die Belastungen durch den ICE-Ausbau zu begrenzen, dürfte schwer zu erfüllen sein. Der Nahverkehrs-Beauftragte Klaus Hummel jedenfalls hat die Erfahrung gemacht, dass die Planer der Bahn für die Wünsche der Verkehrsteilnehmer in Forchheim nicht erreichbar sind. Die ÖPNV-Planungen jedenfalls seien durch die "von heute auf morgen eingerichteten oder angekündigten und dann doch nicht eingerichteten Baustellen" (Holger Strehl) an ihre Grenzen gestoßen. "Wir können das nicht mehr alles ausgleichen", sagt Klaus Hummel.

Zumindest die Belastungen durch den ICE-Ausbau im Forchheimer Stadtteil Kersbach sollten ausgeglichen werden, fordert Manfred Hümmer. "Wie an eine Perlenkette gereiht rollt der Schwerlastverkehr durch Kersbach." Die Straßen seien verdreckt und würden nicht, wie von der Bahn versprochen, gereinigt. Zudem seien die Straßen nicht für diese Belastung ausgelegt, betont der FW-Stadtrat und fordert eine "Bestandsaufnahme", um später Forderungen stellen zu können. OB Uwe Kirschstein (SPD) nahm diese Anregung auf, den Ist-Zustand der Straßen in Kersbach zu dokumentieren.