Der Tourismus in ihrem Ort beschäftigt die Hiltpoltsteiner Gemeinderäte derzeit mit großer Intensität. Unter anderem gibt es ein Tourismuskonzept und einen Tourismusverein. "Im Tourismus werde sonst eine Nachfrage geschaffen. Hier aber wird eine Nachfrage bedient", sagt dazu Michèl Giesche vom Wirtschaftsband A9, als er die Bikeschaukel als Interkommunales Lenkungskonzept vorstellte.

Von Mountainbiker redet er dabei, nicht von Extremsportlern. Die Rahmenbedingungen sind schon gegeben, sollen doch die bereits vorhandenen Kultur- und Nutzwege auch für Mountainbiker gelten.
Lenkungskonzept heißt es deshalb, weil der Nutzer gelenkt wird, ohne dass er es merkt. Werde eine Abzweigung fußfreundlicher gestaltet, würden 90 Prozent der Fußgänger diesen Weg wählen, ohne dass dafür ein Schild aufgestellt werden müsse. Auf diese Weise könne , die sensible Landschaft geschützt und attraktive Angebote ohne Verbote aufgezeigt werden. "Das ist tourismusfördernd", ist Giesche überzeugt.

Bürgermeisterin Gisela Bauer (BfH) sieht dieses Konzept als eine Chance, nach den Kletterern nun die Monutainbiker in den Ort zu locken. Ob es einen Konflikt durch die bestehenden Wanderwege gebe, wollte Claus Vetter (BfH) wissen. Giesche beruhigte in diesem Zusammenhang. Man könne mit Schildern auch Biker und Kletterer zu gegenseitiger Rücksicht auffordern.

Zweiter Bürgermeister Georg Potzner (CSU) hingegen sieht noch eine andere Problematik: "Die Wanderwege verlaufen teils auf den Flurbereinigungswegen. Und die Auswüchse des 5-Seidla-Steigs, wenn fünf Leute vom Urinieren aus einem Garten kommen, das wollen wir hier in Hiltpoltstein nicht!"
Dass die 5-Seidla-Steig-Wanderer nicht mit den Mountainbiker vergleichbar sind, damit versuchte Giesche Potzners Argument zu entkräften. Oft hätten die Mountainbiker das Gefühl, nicht richtig willkommen zu sein. Dem wolle man hier in Hiltpoltstein entgegenwirken.

Mitglied imTourismusverein

Potzner macht ferner einen weiteren Einwand gelten. Er fürchtet, dass in Sachen "alles doppelt und fünffach" vergeben wird. Das sagte er klar und deutlich, als es um die Mitgliedschaft im Tourismusverein "Südliche Fränkische Schweiz" ging.

Die meisten Gemeinderäte befürworteten dagegen eine Mitgliedschaft. Sie erkennen darin die geeignete Plattform, den Markt ins rechte Licht zu rücken, die Verwaltungsgemeinschaft zu entlasten und den Markt weiterzuentwickeln. Dazu muss der Markt Mitglied im Tourismusverein werden. Auch Bürgermeisterin Bauer spricht sich für eine Beteiligung an dem Verein aus.

Die in der Satzung angedachten 1,50 Euro pro Einwohner Beitrag habe sich aber als zu hoch erwiesen. Im Gespräch ist nun ein Betrag, der zwischen 50 Cent und einem Euro pro Einwohner liegt.
Zehn Hiltpoltsteiner Räte stimmten für eine Mitgliedschaft im Verein.