Die Hilfsbereitschaft unter den Menschen im Landkreis Forchheim ist in diesen Tagen groß. Das steht schon einmal fest. Seit mehr Asylbewerber im Landkreis leben, sind vor allem die Kleiderspenden gestiegen. Das bemerken insbesondere große Organisationen wie das Bayerische Rote Kreuz (BRK). Ihre Spenden sind allerdings nicht explizit einer konkreten Empfängergruppe zugeordnet. Die Spenden gehen an alle Bedürftigen und damit eben auch an Flüchtlinge.

Aber es gibt auch die andere Seite. Dann geht es um Spenden, die konkret und ortsgebunden an Menschen in vergleichsweise Ländern wie Rumänien gebracht werden. Diese Art von Spenden sind weniger geworden.
"Wir merken das. Es hat mit der Flüchtlingswelle zu tun. Viele Menschen möchten vor Ort helfen", sagt Manfred Schönfelder. Er ist Vorsitzender des Vereins "Maranatha. Hoffnung durch Hilfe". Er bezieht sich mit seiner Aussage auf einen Einbruch bei der finanziellen Unterstützung.


Windeln für Rumänien

Doch gerade Geldspenden sind notwendig. "Nächsten Monat fahren wir noch einen Lastwagen nach Rumänien. Und einen weiteren, um die Weihnachtspakete hinzubringen. Aber jeder Großtransport mit dem Lkw kostet 2000 Euro", informiert Schönfelder.

Von einer "Notsituation" möchte er aber nicht sprechen, wenngleich der Verein momentan stark finanziell gebeutelt sei, da er in Rumänien kein Missionsfahrzeug mehr habe. Bis zm heutigen hat er den Lkw für die Novemberfahrt noch nicht vollbekommen. "Wir suchen noch händeringend nach Spenden", sagt Schönfelder. Umso mehr freute sich der Vorsitzende über die Windelspende einer Mannheimer Firma.

Windeln kann sich in Rumänien kaum einer leisten. Aber die 125.000 Windeln im Wert von über 60.000 Euro müssen nun irgendwie an Krankenhäuser und Altenheime verteilt werden.


Es geht trotzdem weiter

Große Hilfsorganisationen wie die Caritas oder das Rote Kreuz sehen die Verantwortlichen von "Maranatha" in Rumänien nicht mehr, eher die kleineren privaten Initiativen. Dass es so weit kommt, dass Maranatha aufhören muss, glaubt Schönfelder aber nicht.

Einen leichten Rückgang an finanziellen Spenden beobachtet auch Friedrich Dorsch, der Vorsitzende des Missionsvereins "Lasst uns gehen" in Heiligenstadt. Ob es ein finanzieller Einbruch wird, zeigt sich aber erst ab Mitte November bis Weihnachten. Dann ist die Hauptzeit des Spendeneingangs. Mit Waren ist der Verein noch gut versorgt. Auch Kleiderspenden gehen noch viele ein. Die erhält Dorsch teils aus Zapfendorf. Dort ist eine Stelle für Flüchtlinge untergebracht, die derart viel Kleidung erhalten hat, dass sie etliche Stücke an den Missionsverein weitergereicht hat.

Alle Hände voll zu tun haben derzeit die Mitarbeiter des Bayerischen Roten Kreuzes. "Wir werden überflutet mit Kleiderspenden", sagt Andreas Rudolf, der für die Kleiderkammer und Container des Roten Kreuzes zuständig ist. Die Kleiderkammern sind seinen Angaben zufolge gut gefüllt, es konnten sogar Kleidungsstücke eingelagert werden. Das Spendenaufkommen sei das gesamte Jahr hindurch gut, bei der Umstellung der Mode steige das Aufkommen generell. Nicht alles, was an Spenden in den Containern eingeworfen wird, ist für Flüchtlinge verwendbar. Die Containerware im Hof und vor der Geschäftsstelle geht an alle Bedürftigen, da seien sicher auch Asylbewerber dabei.

Die Container, die im Landkreis verteilt werden, holt dagegen ein beauftragter Unternehmer ab. Für welchen Zweck genau die Spenden verwendet werden, weiß das BRK oft selbst nicht. Doch es gehen auch Anrufe ein, wenn Leute gezielt für bestimmte Bedürftige spenden möchten.


Schuhe für Bedürftige

Ebenfalls von einer Firma werden die Spendensäcke der Firma Orthopädie Schuh Kmeth in Forchheim und Ebermannstadt abgeholt. Ob diese Schuhe nun nach Afrika geliefert werden oder an andere Bedürftige oder Asylbewerber verteilt werden, kann nicht gesagt werden. Die Spendenmenge sei aber gleich geblieben, erklärt Kristina Kmeth.

Gut 30 Paar Schuhe passen in einen der Säcke, die vor den Türen ihres Geschäfts in Forchheim und in Ebermannstadt stehen. "Zwischen drei und sechs Säcke werden monatlich abgeholt", freut sich Kmeth.